Süd-Chemie baut Deutschlands größte Bioethanol-Anlage
23.07.10 Das Münchener Spezialchemieunternehmen Süd-Chemie baut die bisher größte deutsche Anlage zur Herstellung von Biokraftstoffen aus Stroh. Die Demonstrationsanlage in unmittelbarer Nähe zum BioCampus im niederbayerischen Straubing soll ab 2011 jährlich auf enzymatischem Wege bis zu 2.000 Tonnen Bioethanol aus cellulosehaltigen Pflanzenteilen produzieren. Insgesamt schlägt das Vorhaben mit rund 28 Mio. Euro zu Buche. Darin enthalten sind 12 Mio. Euro für Forschungsvorhaben, die zum größten Teil von staatlicher Seite aus übernommen werden. Sowohl die bayerische Staatsregierung als auch das Bundesministerium für Bildung und Forschung beteiligen sich mit jeweils 5 Mio. Euro an der wissenschaftlichen Begleitarbeit.Im Gegensatz zu Bioethanol der ersten Generation, das aus öl-, stärke- oder zuckerhaltigen Pflanzenteilen gewonnen wird, genügen dem Biokraftstoff der zweiten Generation cellulosehaltige Pflanzenbestandteile, wie sie zum Beispiel in Stroh enthalten sind. Damit steht diese Art der Herstellung nicht in Konkurrenz mit Nahrungspflanzen wie Zuckerrohr oder Raps. Süd-Chemie setzt auf die hauseigene Sunliquid-Technologie, die biotechnologisch modifizierte Enzyme verwendet, um sowohl Cellulose als auch Hemicellulose in Zuckerbestandteile und dann schließlich in Ethanol umzuwandeln.
Süd-Chemie rechnet in der neuen Anlage mit einer bis zu 50 Prozent höheren Energieausbeute im Vergleich zu herkömmlichen Technologien der ersten Generation. Die Demonstrationsanlage soll im verkleinerten Maßstab den kompletten Herstellungsprozess abbilden. Das Münchener Unternehmen, das mit Katalysatoren und Adsorbentien 2009 rund 1,1 Mrd. Euro umsetzte, will in Zukunft verstärkt vom Geschäft mit Biokraftstoffen profitieren. Dass der Markt wachsen wird, ist absehbar. Bis 2020 sollen laut der 2008 verabschiedeten EU-Richtlinie die Erneuerbaren Energien im Güter- und Personentransport einen Anteil von mindestens zehn Prozent erreichen.



