Zu niedrig – Wilex lehnt Übernahme-Angebot von Hopp ab
30.07.10
Das Management der Münchener Wilex AG hat den Aktionären der Firma empfohlen, das Angebot der Dievini Hopp Biotech Holding nicht anzunehmen. Der Preis von 4,10 Euro pro Aktie liegt zwar über dem gesetzlich festgesetzten Mindestpreis – jedoch unter dem aktuellen Kurs von rund 4,30 Euro. Der gebotene Preis spiegele nicht das tatsächliche Potential der Gesellschaft wider, heißt es in einer Meldung von Vorstand und Aufsichtsrat. Die Aktionäre sollten also ihre Aktien nicht verkaufen. Damit dürfte sich an den Besitzverhältnissen von Wilex nichts ändern. Dass die Ablehnung des Managements zu einer Verstimmung zwischen dem Biotech-Unternehmen und seinem größten Investor Dietmar Hopp führen wird, der hinter Dievini steht, ist äußerst unwahrscheinlich. Denn der Software-Milliardär hat es nicht auf eine Komplettübernahme des Münchener Wirkstoffentwicklers abgesehen. Eher fing Hopp die Anteile des ausstiegswilligen VC-Investors Apax auf, der etwa 13% besaß und ihm seine Aktien zu 3,90 Euro überließ. Wäre das Aktienpaket auf einen Schlag am Markt platziert worden, so hätte das plötzliche Überangebot zu einem Kurssturz des marktengen Wertes führen können. Da nahm Hopp es in Kauf, die 30%-Schwelle zu überschreiten, die zur Abgabe eines Übernahmeangebots zwingt. Ein gutes Geschäft machte Apax mit diesem ad-hoc-Verkauf aber nicht. Zwischenzeitlich notierte Wilex bei mehr als 6 Euro. Zuletzt hatten die Münchener mehrere Finanzierungsmaßnahmen eingeleitet, darunter eine Barkapitalerhöhung (
mehr...) sowie eine strukturierte Finanzierung (
mehr...).