Personalia

Hohe Auszeichnung für Alzheimer-Forscher

Hohe Auszeichnung für Alzheimer-Forscher

28.11.2014 - Den diesjährigen Alzheimer-Forschungspreis der Hans und Ilse Breuer-Stiftung teilen sich Prof. Dr. Stefan F. Lichtenthaler (Foto) und Prof. Dr. Mikael Simons.

Lichtenthaler erforscht am Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) und der TU München die Funktion und Regulation von Proteasen, die an neurodegenerativen Erkrankungen wie Alzheimer beteiligt sind. Seine Ziele sind neue diagnostische und therapeutische Ansätze sowie eine bessere Vorhersage von eventuellen Nebenwirkungen eingesetzter Medikamente. Simons forscht am Max-Planck-Institut für Experimentelle Medizin und der Universität Göttingen auf dem Gebiet der Multiplen Sklerose. Der Finne untersucht die elektrische Isolation von Nervenfasern und konzentriert sich dabei auf die Prozesse, die zum Aufbau beziehungsweise zur Zerstörung der Isolationsschicht führen. Dabei geht es ihm darum, Krankheitssymptome abzumildern und möglicherweise eine Heilung zu erreichen. Der Preis wird seit zehn Jahren von der gemeinnützigen Hans und Ilse Breuer-Stiftung vergeben. Er ist mit 100.000 Euro dotiert.

 © transkript.de/MaK Foto: Hans und Ilse Breuer-Stiftung/Kai Gettner

http://www.transkript.de/menschen/personalia/2014/stefan-f-lichtenthaler.html

19.12.2014 Tom Bretschneider, seit Ende 2013 Postdoc bei der Boehringer Ingelheim Pharma GmbH, gehört zu den besten Doktoranden in der Leibniz-Gemeinschaft.

Er wurde für seine Doktorarbeit am Leibniz-Institut für Naturstoff-Forschung – Hans-Knöll-Institut in Jena mit dem Nachwuchspreis der Leibniz-Gemeinschaft ausgezeichnet. Seine Forschungsergebnisse zur Biosynthese von komplexen Wirkstoffen aus Bakterien könnten zu neuen Wirkstoffen gegen antibiotika-resistente Erreger, Pilzinfektionen oder Krebserkrankungen führen. Außerdem gelang es dem 28-Jährigen Biotechnologen, Naturstoffe in ihrem natürlichen Umfeld zu visualisieren. Unter anderem konnte er so die krankmachende Wirkung eines Bakteriums belegen, durch die es in der Champignonzucht zu Ernteausfällen kommt. Der Nachwuchspreis der Leibniz-Gemeinschaft wird jährlich in den Katagorien Geistes- und Sozialwissenschaften sowie Natur- und Technikwissenschaften vergeben. Er ist mit 3.000 Euro dotiert, die in diesem Jahr von der Deutschen Kreditbank AG gestiftet wurden.

 © transkript.de/MaK Foto: Leibniz-Gemeinschaft/Peter Himsel

17.12.2014 Den mit 30.000 Euro dotierten Karl-Heinz-Beckurts-Preis 2014 erhielt Anfang Dezember Prof. Dr. Andreas Marx von der Universität Konstanz.

Marx verbindet in seiner wissenschaftlichen Arbeit auf herausragende Weise die Gebiete Chemie, Biologie und Biotechnologie. Er erforscht die chemische Biologie der DNA-Polymerasen, die bei einer Zellteilung die Vervielfältigung des Erbmaterials veranlassen. Dabei kopieren sie die ursprüngliche DNA, deren Kopien dann auf die Tochterzellen übertragen werden. Marx und seine Kollegen entwickelten unter anderem ein Verfahren, mit dem sich Polymerasen im Hochdurchsatz auf Veränderungen durchmustern lassen. Ziel dabei ist es zu klären, ob sie zum Beispiel für die Frühdiagnose von Krebs geeignet sind.

 © transkript.de/MaK Foto: Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien und Energie GmbH

15.12.2014 Ende November erhielt Dr. Christiane Opitz den Preis der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften für ihre Arbeiten zum Stoffwechsel von Krebszellen.

Ihr Forschungsschwerpunkt liegt auf dem Tryptophan-Abbau in gesunden und Krebszellen. Dabei entdeckte sie einen neuen Stoffwechselweg der Aminosäure in Tumorzellen. Das während des Stoffwechsels entstehende Produkt hemmt das Immunsystem und lässt die Tumorzellen wachsen. Gemeinsam mit der Frankfurter Proteome Sciences R&D GmbH & Co KG entwickelte Opitz eine Methode, mit der in bis zu sechs Proben gleichzeitig Tryptophan und die dabei umgesetzten Substanzen gemessen werden können. Opitz (Jahrgang 1979) ist Assistenzärztin in der Abteilung Neuroonkologie der Neurologischen Universitätsklinik Heidelberg. Außerdem leitet sie seit 2013 eine Juniorforschungsgruppe am Deutschen Krebsforschungszentrum. Ziel der Wissenschaftler ist es, die Rolle des Tryptophan-Stoffwechsels für die Bildung von Hirnmetastasen zu erforschen. Das Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro stellte die Monika Kutzner Stiftung Berlin zur Verfügung, deren Anliegen es ist, herausragende Leistungen von Nachwuchswissenschaftlern auf dem Gebiet der Krebsforschung zu fördern.

 © transkript.de/MaK Foto: BBAW

12.12.2014 Für ihre herausragenden Leistungen zur Weiterentwicklung des gesetzlichen Messwesens wurde Veronika Martens (Sartorius AG) die Medaille der International Organization of Legal Metrology (OIML) verliehen.

Die Diplom-Physikerin war mehr als 40 Jahre für das Göttinger Unternehmen tätig und leitete bis 2013 dessen Zentrum für Metrologie. Sie ist Mitglied im Kuratorium der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt und war in verschiedenen nationalen Organisationen und Gremien aktiv, die sich mit den gesetzlichen Vorgaben und der Regulierung des Messwesens beschäftigen. Über Jahre zählte sie zu den Mitgliedern des Comité Européen des Constructeurs d´Instruments de Pesage, CECIP, dem europäischen Dachverband der Waagenindustrie. Ab 2008 vertrat sie als Präsidentin der Legal Metrology Group innerhalb der OIML die Interessen der CECIB-Mitglieder.

 © transkript.de/MaK Foto: Sartorius AG

10.12.2014 Drei Wissenschaftler wurden mit dem 33. Tierschutz-Forschungspreis des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft ausgezeichnet: Dr. Uwe Marx (TissUse GmbH, Spreenhagen), Dr. Peter Reinhardt (MPI für molekulare Biomedizin Münster) und Prof. Dr. Vera Rogiers (Vrije Universität Brüssel).

Marx (Foto) entwickelte einen Zwei-Organ-Chip, mit dem Chemikalien auf ihre Sicherheit und Medikamente auf ihre Wirksamkeit getestet werden können. Mit dem Chip wird das Zusammenspiel verschiedener Organe simuliert. Dafür setzt Marx Zellklümpchen auf eine Unterlage und verbindet diese mit „Adern“, durch die eine blutähnliche Flüssigkeit geleitet wird. Auf diese Weise gelang es ihm und seinen Kollegen bereits, Haut und Immunsystem miteinander zu verbinden, aber auch Leber und Niere. Ziel ist nun ein Chip, auf dem zehn Organe miteinander verbunden werden. Marx gehörte 1994 zu den Gründern der ProBiogen AG und war bis 2010 deren CSO. Dann wechselte er zur TissUse GmbH, einem Spin-off der TU Berlin. Reinhardt entwickelt Zellkulturmodelle für die Erforschung neurodegenerativer Erkrankungen. Mit seinem iPS-zellbasierten Krankheitsmodell für Parkinson lassen sich Mechanismen der Krankheit und mögliche therapeutische Wirkstoffe testen, ohne dass Versuchstiere zum Einsatz kommen müssen. Reinhardt erhielt erst Ende November für seine Forschungsarbeiten den MTZ®-MPI-Award der Monika-und-Thomas-Zimmermann-Stiftung. Die Arbeitsgruppe um Vera Rogiers an der Fakultät für Medizin und pharmakologische Wissenschaften der Universität Brüssel entwickelte eine stammzellbasierte-Screening-Methode, mit der das lebertoxische Potential von Stoffen überprüft werden kann. Dafür nutzten sie humane Hautstammzellen, die sie zuvor in Leberzellen differenzieren konnten. Der Tierschutzforschungspreis des BMEL ist mit insgesamt 15.000 Euro dotiert. Die Preisverleihung fand Anfang Dezember statt.

 © transkript.de/MaK Foto: TU Berlin/MedBT

08.12.2014 Cristina Müller ist die diesjährige Gewinnerin des Ruzicka-Preises – eine der bedeutendsten Schweizer Auszeichnungen für Nachwuchsforscher auf dem Gebiet der Chemie.

Müller leitet eine Forschungsgruppe am Zentrum für Radiopharmazeutische Wissenschaften, die zur ETH Zürich, dem Paul-Scherrer-Institut und dem Universitätsspital Zürich gehört. Die 39-Jährige forscht bereits seit ihrer Diplomarbeit auf dem Gebiet der radiopharmazeutischen Diagnostik und Therapie von Krebs. Ihr Ziel ist es, Tumorgewebe direkt im Körperinneren zu bestrahlen. Dafür entwickelte sie in den vergangenen Jahren einen Molekülkomplex, der in Zukunft sowohl für die Diagnostik durch bildgebende Verfahren als auch für die Strahlentherapie bestimmter Krebsarten eingesetzt werden soll. Der Komplex besteht aus Folsäure und einem radioaktiven Metallatom. Er bindet an Krebszellen, die verstärkt den Folsäure-Rezeptor bilden. Je nach Einsatzgebiet wird ein Radiometall mit unterschiedlicher Masse verwendet, ansonsten sind die Komplexe chemisch identisch. Da sich bei weiteren Untersuchungen herausstellte, dass sich Folsäure-Moleküle nicht nur in den Tumoren, sondern auch in den Nieren anreichern, erweiterte Müller den Komplex um eine dritte Komponente, die reversibel an das Bluteiweiß Albumin bindet. Dieser Komplex durchläuft den Blutkreislauf mehrfach und passiert dabei den Tumor häufiger, was zu einer vermehrten Anreicherung im Tumorgewebe führte, nicht in den Nieren. Der Ruzicka-Preis wird bereits seit 1957 vergeben, er ist mit 10.000 CHF dotiert.

 © transkript.de/MaK Foto: zvg

05.12.2014 Nobelpreis-Trägerin Prof. Dr. Christiane Nüsslein-Volhard erhielt Ende November den bayrischen Maximiliansorden.

Damit kommt zu ihren zahlreichen renommierten Auszeichnungen – 1986 der Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft und 1995 der Medizin-Nobelpreis –  die höchste des Freistaates Bayern auf dem Gebiet der Wissenschaft und Kunst hinzu. Die Direktorin am Max-Planck-Institut für Entwicklungsbiologie in Tübingen forscht seit Jahren auf dem Gebiet der genetischen Steuerung der Embryonalentwicklung. Außerdem unterstützt sie mit dem Geld ihrer Stiftung begabte Nachwuchswissenschaftlerinnen dabei, Forschungsarbeit und Familie unter einen Hut zu bringen. Denn oft bedeutet die Gründung einer Familie das Aus für Forschung auf höchstem Niveau. Der Maximiliansorden wurde 1853 von König Maximilian II. von Bayern als Gegenstück zum preußischen Orden Pour le Merité für Wissenschaften und Künste gestiftet, dessen Kanzlerin Nüsslein-Volhard seit 2013 ist. Die Zahl der Träger des Maximiliansordens soll die 100 nicht übersteigen. Sie treffen sich regelmäßig auf Einladung des bayerischen Ministerpräsidenten zu einer Festsitzung und zum Gedankenaustausch. 

 © transkript.de/MaK Foto: Momentum Photo

03.12.2014 Mit dem Hessischen Tierschutz-Forschungspreis 2014 wurden Prof. Dr. Thorsten Stiewe (Foto) von der Philipps-Universität Marburg und Dr. Stefan Weigt von Merck geehrt.

Die Preisübergabe erfolgte Mitte November im Hessischen Landtag durch Umweltministerin Priska Hinz. Stiewe und seine Kollegen Joel Charles und Jeannette Fuchs wurden für ihre Methode zum Monitoring von transplantierten Tumoren in Mäusen ausgezeichnet. Damit ist es möglich, das therapeutische Ansprechen zweier unterschiedlich mutierter Tumore nebeneinander in nur einem Tier zu vergleichen. Dabei werden die Tumorzellen mit künstlichen Markern (Luciferasen) versehen. Ein Tropfen Blut aus der Schwanzvene der Mäuse genügt, um die Luciferase zu messen. Das Verfahren ist sensitiver und technisch nicht so aufwendig und teuer wie bisherige Untersuchungen mittels bildgebender Verfahren. Die Ergebnisse der Arbeitsgruppe um Stiewe führen zu einer Reduzierung der Belastung für die Tiere und senken die Zahl der notwendigen Tierversuche. Die Auszeichnung für die drei Wissenschaftler ist mit 10.000 Euro dotiert. Weigt entwickelte einen In-Vitro-Test zur Untersuchung der Teratogenität mittels Zebrafischembryonen. Er basiert auf einer Methode, die vor einigen Jahren von Thomas Broschard und Francois Busquet entwickelt wurde. Teratogene Substanzen verursachen am Embryo Miss- und Fehlbildungen, und die Suche nach ihnen ist gesetzlich vorgeschrieben. Bei diesen Untersuchungen, die jedes Jahr in großer Menge anfallen, werden Millionen trächtiger Ratten und Kaninchen verwendet. Da der In-Vitro-Test von Weigt nun die gesamte Embryonalentwickung berücksichtigt und nicht mehr auf der Aktivierung der Testsubstanzen durch Säugetiergewebe beruht, kann die Zahl der Versuchstiere reduziert werden. Sein Preisgeld beträgt 5.000 Euro. Der Hessische Tierschutz-Forschungspreis wird alle zwei Jahre an Wissenschaftler, Firmen oder Einrichtungen in Hessen vergeben. Er ist mit 15.000 Euro dotiert.

 © transkript.de/MaK Foto: Philipps-Universität Marburg/Reinhold Eckstein

01.12.2014 Im Januar 2015 übernimmt Prof. Dr. Ralf Gold den Ersten Vorsitz der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN).

Er wurde auf der Neurowoche in München gewählt und folgt auf Prof. Dr. Martin Grond (Siegen), nun Zweiter Vorsitzender. Der dritte Vorsitzende ist Prof. Dr. Gereon R. Fink (Universitätsklinikum Köln) gewählt. Gold ist ärztlicher Direktor der Neurologischen Klinik an der Ruhr-Universität Bochum und dort seit fünf Jahren Forschungsdekan. Der renommierte Multiple-Sklerose-Forscher ist außerdem langjähriges Mitglied des Neurowissenschaftlichen Fachkollegiums der Deutschen Forschungsgemeinschaft und Vorstandsmitglied des Forschungsnetzwerks KKNMS.

 © transkript.de/MaK Foto: DGN/D. Gust

26.11.2014 Prof. Dr. Bernd Müller-Röber ist seit Ende November neuer Präsident des Verbandes Biologie, Biowissenschaften und Biomedizin in Deutschland e.V. (VBIO).

Müller-Röber hat eine Professur für Molekularbiologie an der Universität Potsdam inne und ist dort Sprecher des Forschungsschwerpunktes Pflanzengenomforschung und Systembiologie. Das langjährige VBIO-Mitglied war seit 2011 bereits Vizepräsident des Verbandes. Nun folgte er auf Prof. Dr. Wolfgang Nellen von der Universität Kassel. Die weiteren Präsidiumsmitglieder sind Schatzmeister Prof. Dr. Johannes Beckers (Helmholtz-Zentrum München), Prof. Dr. Susanne Bickel (Universität Düsseldorf) als Sprecherin der Landesverbände, Sprecherin der Fachgesellschaften wurde Prof. Dr. Felicitas Pfeifer (TU Darmstadt). Ilka Gropengießer (Bremen), Prof. Dr. Gerhard Haszprunar (München), Prof. Dr. Hans-Martin Jäck (Erlangen), Prof. Dr. Dieter Jahn (Braunschweig) und PD Dr. Sabine Specht (Bonn) gehören dem Gremium ebenfalls an.

 © transkript.de/MaK Foto: VBIO

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Angaben ohne Gewähr, Stand: 24.08.2016

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