Politik

Leopoldina schlägt Alarm
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Forschungsförderung

Leopoldina schlägt Alarm

10.09.2014 - Ohne langfristige Finanzierungsmodelle für Omics- und IT-Infrastruktur wird Deutschland in den Lebenswissenschaften zurückfallen. Das ist das Fazit des ersten Zukunftsreports der Leopoldina.

„Die Bundesregierung hat seit Mitte der 90er Jahre rund 1,5 Mrd. Euro in Genomforschung und Systembiologie investiert. Wenn das nicht verpuffen soll, müssen wir handeln“, sagte Regine Kahmann, Direktorin am Max-Planck-Institut für terrestrische Mikrobiologie in Marburg und eine der sechs Hauptautoren des Reports bei der öffentlichen Vorstellung der Publikation am 9. September in Berlin. Auf Basis von Fachgesprächen und Experteninterviews wurde hier der aktuelle Stand der Omics-Technologien und ihrer Förderung in Deutschland zusammengefasst. Demnach wird insbesondere die Bedeutung der Bioinformatik innerhalb der lebenswissenschaftlichen Forschung in den kommenden Jahren um bis zu 30% steigen. Ob Medizin, Chemie oder Landwirtschaft – überall spielen Omics-Technologien eine zentrale Rolle, doch Deutschlands Forschungsinfrastruktur sei beim Thema Big Data nicht ausreichend auf künftige Herausforderungen eingestellt.

Am Ende des 40-seitigen Reports kommen die Experten zu einem ernüchternden Fazit: Deutschland kann derzeit zwar eine Vielzahl an Zentren und Kompetenzen in Genomforschung, Proteomics, Bioinformatik und Systembiologie vorweisen, doch ohne langfristige Finanzierungsmodelle, die über einen Zeitraum von fünf bis zehn Jahren hinaus gehen, seien die meisten Standorte nicht zu halten und eine Forschung auf Weltniveau langfristig nicht denkbar. Vor allem die Universitäten drohen zum Verlierer zu werden. „Die Haushalte der Bundesländer geben die nötigen Investitionen für den weiteren laufenden Betrieb nicht her und aktuelle Förderinitiativen greifen zu kurz “, betonte Michael Hecker, Direktor des Instituts für Mikrobiologie an der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald. Gefordert wird der Aufbau einer nationalen Omics- und IT-Infrastruktur, durch die universitäre und außeruniversitäre Einrichtungen nicht nur in der Forschung, sondern auch in der Ausbildung zusammenarbeiten können. Hierfür veranschlagen sie ein langfristiges Budget in mindestens dreistelliger Millionenhöhe, das idealerweise über die Deutsche Forschungsgemeinschaft bereitgestellt und durch ein zu berufendes Gremium gesteuert wird. „Bei physikalischen Großgeräten oder den Forschungsschiffen funktioniert das auch“, betonte Kahmann. Wie eine solche Infrastruktur aussehen könnte, zeige das Norddeutsche Zentrum für Mikrobielle Genomforschung in Göttingen, erläuterte Hecker. Deutschland bräuchte aber mindestens acht bis zehn Zentren dieser Art.

© transkript.de/sw

http://www.transkript.de/nachrichten/politik/2014-03/leopoldina-schlaegt-alarm.html

Bioökonomie

18.08.2014 Vor einem Jahr beschloss die Landesregierung Baden-Württemberg das Forschungsprogramm Bioökonomie. So sollen die Weichen für eine stärkere Nutzung von nachwachsenden Rohstoffen gestellt werden. Die ersten der mit insgesamt 13 Mio. Euro geförderten Projekte sind nun gestartet.

Arzneisicherheit

14.08.2014 Deutschland ist immer stärker von Arzneifälschungen betroffen, stellt das Zollkriminalamt (ZKA) fest. In Österreich besteht das Problem nach Bekunden der Regierung nicht.

EU-Recht

01.08.2014 Mit einer Klage vor dem Europäischen Gericht (EuG) wollen 17 deutsche Pflanzenzucht-Unternehmen die EU-Verordnung zur Umsetzung des Nagoya-Protokolls zu Fall bringen.

Umfrage

28.07.2014 Beim Thema Grüne Gentechnik in Lebensmitteln überwiegen Ablehnung und Unwissenheit. In einer GfK-Umfrage unter 2.000 Teilnehmern konnte rund ein Drittel der Befragten mit dem Begriff „gentechnisch veränderte Lebensmittel“ nichts anfangen.

Branchenfinanzierung

23.07.2014 Den Invest-Zuschuss für Wagniskapital ausbauen, einen Bürgerinnovationsfonds einführen und steuerliche Rahmenbedingungen verbessern – dies sind die Kernforderungen des Branchenverbandes BIO Deutschland, um die Finanzierungslage der Biotech-Industrie zu verbessern.

GVO-Zulassung

15.07.2014 Die Bundesregierung bereitet eine Novelle des Gentechnikrechts vor. Die Eckpunkte für die Gesetzesänderung sollen noch in diesem Jahr festgelegt werden.

Pflanzenforschung

04.07.2014 Nur mit neuen Forschungsansätzen in der Pflanzenforschung lässt sich der weltweit steigende Bedarf an biobasierten Rohstoffen decken, heißt es vom Bioökonomierat.

Krankenversicherung

20.06.2014 Die Finanzierungssituation der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) sorgt für Streit zwischen dem Bundesverband der pharmazeutischen Industrie und Kassenvertretern.

GVO-Zulassung

16.06.2014 Eine Neuregelung des Zulassungsverfahrens für gentechnisch veränderte Pflanzen erlaubt EU-Mitgliedsstaaten künftig, nationale Anbauverbote zu erlassen. Kritiker warnen nun vor steigenden Zulassungszahlen.

© 2007-2014 BIOCOM

http://www.transkript.de/nachrichten/politik.html

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Angaben ohne Gewähr, Stand: 20.09.2014

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