Politik

Betrugsverdacht bei Glyphosat
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Grüne Biotechnologie

Betrugsverdacht bei Glyphosat

28.04.2016 - Das Verfahren, um die EU-Zulassung für Glyphosat zu verlängern, ist noch nicht abgeschlossen, da machen Umweltverbände schon eine neue Front auf. Sie haben Hersteller Monsanto sowie Behördenvertreter wegen Betruges angezeigt.

Acht Umweltschutzorganisationen aus fünf EU-Ländern haben Strafanzeige wegen schweren Betrugs gegen Vertreter des Glyphosat-Herstellers Monsanto in Europa, des Deutschen Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) und der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit in Europa (EFSA) erstattet, berichtet die Deutsche Welle.

Der Vorwurf der Umweltverbände: Monsanto und die beteiligten Behörden sollen Studien systematisch falsch ausgelegt haben, um eine mögliche Krebsgefahr zu verschleiern und die Wiederzulassung von Glyphosat in der EU zu ermöglichen. „Mein Eindruck ist, dass praktisch alle epidemiologischen Studien, die der Wiederzulassung von Glyphosat im Wege stehen, systematisch aussortiert wurden", fasst der Epidemiologe Eberhard Greiser von der Universität Bremen die Ergebnisse eines Gutachtens zusammen, mit dem ihn die Umweltverbände betraut hatten.

Die so Gescholtenen weisen die Vorwürfe zurück. So bezeichnete das BfR die im Gutachten enthaltenen Vorwürfe als haltlos. Auch der Agrarkonzern Monsanto sieht sich zu Unrecht angegriffen. „Wir werden im Rahmen der Ermittlungsverfahren mit der Staatsanwaltschaft kooperieren und die unbegründeten Vorwürfe widerlegen", heißt es in einer Stellungnahme.

Neben der österreichischen Organisation Global 2000 und dem Pesticide Action Network (PAN) Germany beteiligen sich auch Générations Futures France, WeMove Europe, PAN Europe, PAN UK und Nature & Progrès Belgique an der Erstattung der Anzeige. Zudem hat das Umweltinstitut München erklärt, sich dem Vorgang anschließen zu wollen. Wie die Deutsche Welle berichtet, sollen die entsprechenden Schreiben sowohl an die Staatsanwaltschaft in Berlin als auch Wien versandt worden sein. Zudem ist eine Eingabe bei der europäischen Betrugsbekämpfungsbehörde OLAF geplant.

Zumindest im Zulassungsverfahren zeichnet sich möglicherweise ein Kompromiss ab. Das Europäische Parlament hatte zunächst gefordert, die Zulassung statt auf die üblichen fünfzehn Jahre auf sieben Jahre zu beschränken. Die Europäische Kommission ist Ende April offenbar einen Schritt auf die Kritiker zugegangen. Im Gespräch ist demnach eine Zulassung für zehn Jahre. Darüber hinaus sieht der nun vorgelegte Kommissionsentwurf offenbar ein sofortiges Verbot von Glyphosat vor, falls die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) zu einer negativen Einschätzung des Wirkstoffs kommen sollte. Die Einschätzung der ECHA wird von Experten für das Jahr 2017 erwartet.

© transkript.de/bk

http://www.transkript.de/nachrichten/politik/2016-01/betrugsverdacht-bei-glyphosat.html

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http://www.transkript.de/nachrichten/politik.html

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