Politik

Förderstreit bei Stammzellen
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Forschungsförderung

Förderstreit bei Stammzellen

28.09.2012 - Die EU-Förderung für die Forschung an embryonalen Stammzellen soll gestrichen werden, fordern deutsche EU- und Bundespolitiker. Mit diesem Ansinnen stoßen sie bei Wissenschaftlern auf Widerstand.

Über die Verteilung der Fördermillionen aus dem nächsten EU-Forschungsrahmenprogramm Horizon 2020 bahnt sich Streit an. Der gesundheitspolitische Sprecher der europäischen Christdemokraten, Peter Liese, fordert die Forschung mit menschlichen Embryonen und menschlichen embryonalen Stammzellen komplett aus der europäischen Förderung herauszunehmen. Unterstützung erhält er von Bundestagsabgeordneten unterschiedlicher Fraktionen. Zur Begründung verweist die Gruppe auf ein Urteil des Europäischen Gerichtshofes (EuGH) aus dem Oktober vergangenen Jahres, in dem klargestellt wurde, dass humane embryonale Stammzelllinien in der Regel nicht patentiert werden können.

Bei ihren Planungen für Horizon 2020 hatte die Europäische Kommission ursprünglich beabsichtigt, ihre derzeitige Praxis beizubehalten. Demnach wären die Arbeiten an den menschlichen Embryonen selbst nicht förderwürdig, wenn diese dabei zerstört würden. Einen Stichtag für die Forschung an embryonalen Stammzelllinien wie in Deutschland gibt es jedoch nicht. „Das heißt, dass deutsche Steuerzahler über den Umweg Europäische Union Forschung finanzieren, die in Deutschland bei Strafe verboten ist“, erklärte der deutsche EU-Abgeordnete Liese und wirbt für einen vollständigen Ausstieg aus der Forschungsförderung auf diesem Gebiet.

Gegen diesen Vorschlag regt sich allerdings bei Stammzellforschern Widerstand. Deutschland verfüge im europäischen Vergleich über besonders strenge Vorgaben zum Embryonenschutz. Die bisherige Förderpolitik der EU trage „der heterogenen Rechtslage in den Mitgliedsstaaten Rechnung“, betont das Kompetenznetzwerk Stammzellforschung NRW in seiner Stellungnahme: „Die Abgeordneten ziehen nun ein Urteil des Europäischen Gerichtshofes in einer Patentangelegenheit heran, um offenbar diese förderpolitische Linie zu ändern.“ Dabei habe der EuGH in seinem Urteil explizit herausgestellt, „dass die Richtlinie nicht zum Gegenstand hat, die Verwendung menschlicher Embryonen im Rahmen wissenschaftlicher Untersuchungen zu regeln.“ Die im Netzwerk zusammengeschlossenen Wissenschaftler werben daher für eine Beibehaltung der bisherigen Regelungen: „Das Stammzellgesetz stellt einen sorgfältig erwogenen Krompromiss zwischen Forschungsfreiheit, Embryonenschutz und der Möglichkeit der Entwicklung von Therapien für eine Vielzahl von Erkrankungen dar“, heißt es von ihrer Seite.

© transkript.de/bk

http://www.transkript.de/nachrichten/politik/2012-03/foerderstreit-bei-stammzellen.html

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