Wirtschaft

Jahresrückblick 2014
Bild vergrößern

Rückblende

Jahresrückblick 2014

19.12.2014 - War es ein gutes Jahr für die Biotech-Branche? Auch wenn der Hype um die Biotech-Industrie im anglo-amerikanischen Raum ungleich größer war, die Szene in Deutschland, der Schweiz und Österreich nutzte das Fahrwasser und entwickelte sich positiv: So konnten etliche Finanzierungsrunden abgeschlossen, Erfolge bei klinischen Studien gefeiert und Produkte lanciert werden. |transkript lässt das Jahr Revue passieren.

Im Winter konnte eine Reihe von Firmen Finanzierungserfolge vermelden, so Biofrontera, Paion, AC Immune, Novimmune, Mologen oder Antisense Pharma-Nachfolger Isarna. Mit 55 Mio. Euro heimste die Berliner Glycotope Anfang März den höchsten Betrag ein. Die deutschen Biotech-Urgesteine Wilex und Medigene tauchten 2014 öfter auf dem Newsticker auf. Während Wilex eine mit drastischen Sparmaßnahmen verbundene Neuausrichtung zu stemmen hatte und sich vom langjährigen Firmenchef trennte, fiel Medigene eher positiv auf: mit dem Kauf von Trianta im Frühjahr und dem Einwerben von 29 Mio. Euro im Sommer. Zu den wichtigsten Finanzierungen im Jahresverlauf gehörten eine (weitere) Kapitalerhöhung für Paion über 47 Mio. Euro und eine Serie-D-Finanzierungsrunde über 22 Mio. Euro für Immatics.

Im Laufe des Jahres verstärkte sich auch der Trend hin zu Krebsimmuntherapie-Projekten: Der Schweizer Pharmakonzern Novartis sicherte sich das nötige Know-how durch den Kauf der US-Firma Costim, die Merck KGaA kooperiert zu diesem Thema mit dem Wirkstoffentwickler Morphosys und Qiagen stellt sich mit Protagens Hilfe auf die Krebsimmundiagnostik ein. Auch hinter dem beeindruckenden Milliardendeal zwischen den Pharmafirmen Pfizer (USA) und Merck (Darmstadt) im Spätherbst steckt ein immunonkologischer Wirkstoffkandidat.

Auch sonst sorgten die großen Pharmafirmen der Region für Schlagzeilen. So hat zum Beispiel Novartis den Unternehmensumbau in Angriff genommen. Bayer holte sich zunächst eine Reihe rezeptfreier Medikamente ins Haus und Roche sicherte sich durch den Kauf der US-Firma Intermune ein vielversprechendes Atemwegsmedikament. Mit der Einlizenzierung einer Krebsvakzine von Curevac bestärkte Boehringer Ingelheim schließlich die Hoffnungen, die in Curevacs RNA-Impfstoffe gesetzt werden.

Nach dem Nasdaq-IPO von Auris im Sommer befiel das Börsenfieber die Biotech-Branche so richtig erst im Herbst. Die Heidelberger Affimed zog es ebenfalls an die Nasdaq in New York. Die Hallenser Probiodrug und Molecular Partners aus Schlieren blieben hingegen in Europa. Erstere wird nun an der Börse in Amsterdam, letztere an der Züricher Börse gehandelt. Eine Zusammenstellung der für Biotech-Unternehmen relevanten Börsenplätze in Europa und die Hintergründe der IPO-Begeisterung lieferte die BIOCOM AG Ende November. Das Ergebnis der Studie: Gegenüber den USA befindet sich Europa in einem Aufholprozess. 

Nach langer Inkubationszeit schälte sich im Laufe des Jahres ein später Erfolg für die vom US-Biotech-Pionier Amgen übernommene Micromet heraus: Im Dezember bekam der in München entwickelte Bite-Antikörper Blinatumomab die FDA-Zulassung.

Während die Akzeptanz und Verbreitung der roten Biotechnologie weiterhin hoch ist, mussten Verfechter der grünen Biotechnologie 2014 einen weiteren Rückschlag verkraften: Mit der KWS Saat AG verlagerte auch der letzte große Saatgutentwickler seine gentechnische Forschung aus Deutschland heraus.

Unter den Top 3 der am häufigsten gelesenen Wirtschaftsnachrichten 2014 finden sich noch zwei Firmen, die bisher unerwähnt blieben. Während |transkript im kommenden Jahr nach dem Aus von Cytos nicht mehr über die Schweizer Firma berichten kann, wird das Wohl und Wehe der Berliner Epigenomics AG und ihres Darmkrebstests aller Voraussicht nach wieder für reichlich Klicks sorgen.

Medigene: Skepsis bei Analysten

Epigenomics: FDA prüft Vorschläge

Cytos gibt auf, Konkurs droht


Neben den Wirtschaftsthemen widmet sich |transkript natürlich auch Biotechnologie-relevanten Neuigkeiten aus der Wissenschaft und der Politik. Hier die 2014 am häufigsten gelesenen Wissenschaftsnachrichten:

Ebola: Antikörper-Fabriken aus Halle

Pflanzengenetik: Disco gestartet

Hopp-Spende für Tumorzentrum

und Politiknachrichten:

Herstellerrabatt gilt bis 2017

Ahnungslosigkeit bei Gentechnik

EU-Geldsegen für Deutschland

Mit diesem Nachrichtenüberblick verabschiedet sich die |transkript-Redaktion für das Jahr 2014. Am 5. Januar 2015 melden wir uns wieder zurück mit aktuellen Nachrichten und allerlei Wissenswertem aus der Biotechnologie in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Bis dahin: Bleiben Sie gesund, genießen Sie die Feiertage und kommen Sie gut ins neue Jahr!

© transkript.de/ml

http://www.transkript.de/nachrichten/wirtschaft/2014-04/jahresrueckblick-2014.html

Verkauf

18.12.2014 Das Schweizer Biotech-Unternehmen Evolva trennt sich von seiner Antibiotika-Entwicklung. Bis zu 57 Mio. Euro könnte der Deal mit einem Bioterror-Spezialisten aus den USA einspielen.

Finanzierung

17.12.2014 Der deutsch-niederländische Diagnostik-Riese Qiagen beteiligt sich finanziell an der Protagen AG. Der Grund ist Qiagens Interesse an der Diagnostik von Autoimmunkrankheiten.

Beteiligungen

16.12.2014 Die Deutsche Biotech Innovativ AG hat eine Kapitalerhöhung beschlossen und erfolgreich plaziert. Der Emissionserlös könnte bis zu vier neuen Start-ups zugutekommen.

Klinische Entwicklung

10.12.2014 Die 4SC AG in Martinsried hat neue Phase I-Daten für den Krebswirkstoff 4SC-205 vorgelegt. Der niedermolekulare Wirkstoff soll nun in die klinische Phase II gebracht werden.

Zulassung

09.12.2014 Der Darmkrebstest Epi procolon der Berliner Epigenomics AG ist in China zugelassen worden. Lizenzpartner Biochain will nun die Markteinführung vorantreiben.

Klinische Entwicklung

08.12.2014 Der Krebsantikörper MOR208 wirkt und ist gut verträglich – das sind die finalen Ergebnisse einer Phase I/IIa-Studie, die die Morphosys AG nun vorgestellt hat.

Zulassung

05.12.2014 Im Rekordtempo ist der von Amgen für die Krebsbehandlung entwickelte Bite-Antikörper Blinatumomab von der FDA als Krebsarznei zugelassen worden.

Strategische Partnerschaft

03.12.2014 Die Hamburger Evotec AG verhandelt mit dem Pharmakonzern Sanofi über eine weitreichende strategische Zusammenarbeit. Im Kern geht es um die Übernahme des Sanofi-Standortes in Toulouse mit 200 Mitarbeitern.

Übernahme

02.12.2014 Die Nabelschnurblutbank Vita 34 AG kauft in Österreich zu. Im Rahmen eines Asset-Deals wird das Geschäft der Vivocell Biosolutions GmbH & Co KG in Graz übernommen.

© 2007-2014 BIOCOM

http://www.transkript.de/nachrichten/wirtschaft.html

Aktuelle Ausgabe

Alle Ausgaben

Nachrichten

Wissenschaft

Aktuelle News auf Laborwelt.de

Produkt-Highlight

Produkte