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Agennix: Vorerst gescheitert
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Klinische Forschung

Agennix: Vorerst gescheitert

07.08.2012 - Der Krebswirkstoff Talactoferrin von Agennix ist unwirksam. Für das Unternehmen beginnt der Kampf ums Überleben – wieder einmal.

Das Gesamtüberleben von Patienten mit kleinzelligem Lungenkrebs wird nicht verlängert, wenn sie mit dem Immunmodulator Talactoferrin behandelt werden. In der Fortis-M genannten Phase III-Studie wurden der Wirkstoff beziehungsweise ein Placebo jeweils in Kombination mit unterstützender Therapie erprobt. Der primäre Endpunkt der Studie, die Verbesserung des Gesamtüberlebens, wurde nicht erreicht. Es betrug in der Talactoferrin-Gruppe im Median 7,5 Monate, im Vergleich zu 7,7 Monaten in der Placebo-Gruppe.

Die Verantwortlichen des HEidelberger Unternehmens zeigten sich angesichts des Fehlschlages überrascht. Zwei Phase II-Studien in dieser Indikation waren zuvor überzeugend abgeschlossen worden, sagte Forschungsvorstand Rajesh Malik: „Wir beabsichtigen, die Daten sorgfältig zu analysieren, um ein besseres Verständnis dieses Ergebnisses zu erlangen.“ Nachdem im Februar 2012 bereits eine Phase II/III-Studie mit Talactoferrin in der Indikation Sepsis scheiterte, laufen derzeit nur noch Arbeiten mit einer Gel-Formulierung des Wirkstoffs zur Behandlung des diabetischen Fußes.

Damit gerät das gesamte Unternehmen in eine schwierige Lage. „Wir werden sofort Maßnahmen ergreifen, um unseren Barmittelbestand zu schonen, während wir mögliche Optionen für die Zukunft der Gesellschaft überprüfen und werden in Kürze weitere Details zu unserer Unternehmensplanung bekanntgeben“, betonte Torsten Hombeck, Sprecher des Vorstands und Finanzvorstand. Erst Ende 2011 hatte das Unternehmen 27,5 Mio. Euro von seinen Anlegern eingeworben, am 30.6. lagen laut Halbjahresbericht noch 22,7 Mio. Euro auf der hohen Kante.

Mit dem Kinase-Hemmer RGB-286638 hat das Unternehmen einen weiteren Wirkstoff in der klinischen Phase. Außerdem ist die Situation für Agennix nicht völlig neu. Das Vorgängerunternehmen GPC Biotech scheiterte einst ebenfalls mit einem Krebsmedikament. Nachdem die FDA die Zulassung von Satraplatin verwehrt hatte, standen die Martinsrieder ohne Entwicklungskandidaten aber mit Forschungsgeld da. Die Lösung damals: GPC Biotech wurde nach langer Suche auf die heutige Agennix AG verschmolzen.

http://www.transkript.de/nachrichten/wirtschaft/2012-03/agennix-vorerst-gescheitert.html

Übernahme

22.10.2014 Der Bioanalytik-Spezialist Eurofins Scientific SE ist künftig mit einer eigenen Tochtergesellschaft in Österreich vertreten.

Lizenzen

21.10.2014 Roche hat sich den Zugriff auf einen Krebswirkstoff des US-Unternehmens Newlink Genetics gesichert. Die US-Tochter Genentech zahlt dafür 150 Mio. US-Dollar vorab.

Pflanzenzucht

20.10.2014 Mit der KWS Saat AG verlagert auch der letzte große Saatgutentwickler in Deutschland seine gentechnische Forschung in die USA.

Zulassung

17.10.2014 Die Epigenomics AG hat eine Kapitalerhöhung über rund 4,2 Mio. Euro abgeschlossen. Auch bei einer zulassungsrelevanten Studie für den Septin9-Darmkrebstest meldet das Berliner Unternehmen Fortschritte.

Zulassung

16.10.2014 Schneller als erwartet haben Boehringer Ingelheim und Roche von der FDA grünes Licht für ihre Arzneien gegen Idiopathische Lungenfibrose (IPF) erhalten.

Technologieplattform

15.10.2014 Der Antikörper-Spezialist Morphosys übernimmt die Lanthipeptid-Plattform seiner Beteiligung Lanthio Pharma komplett.

Finanzierung

14.10.2014 Eine der zuletzt selten gewordenen Serie-A-Runden konnte die Bonner Rigontec GmbH anstoßen. Das Unternehmen erhält von seinen Investoren bis zum ersten Closing 9,45 Mio. Euro für die Entwicklung RNA-basierter Immuntherapien.

Börsengang

13.10.2014 Biotech-Börsengänge sind wieder in Mode: Die Probiodrug AG in Halle (Saale) will mit ihrem Börsengang 32 Mio. Euro einnehmen. Die Schweizer Molecular Partners AG hofft bei ihrem IPO auf Einnahmen von 145 Mio. Euro.

Klinische Entwicklung

10.10.2014 Der US-amerikanische Biotech-Konzern Amgen hat die Zulassung für das in Deutschland entwickelte Immunmolekül Blinatumomab beantragt.

Venture Capital

07.10.2014 Der Münchner Wagniskapitalinvestor TVM hat seinen jüngsten Fonds TVM Life Science Ventures VII geschlossen. Rund 160 Mio. Euro stehen nun bereit.

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