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Jahresrückblick 2012
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Rückblende

Jahresrückblick 2012

21.12.2012 - Allerorten wird im Dezember Bilanz gezogen und auf das vergangene Jahr zurückgeschaut. In der Biotechnologie ist das nicht anders. Für die Branche geht ein turbulentes Jahr zu Ende: Während einige Firmen Rekordfinanzierungen für neuartige Konzepte einwerben konnten, stehen andere nach dem Scheitern wichtiger Projekte am Abgrund. Neue Forschungsergebnisse haben auch außerhalb der Fachwelt für Aufsehen gesorgt. Und Diskussionen um neue Gesetzesvorhaben zur Organspende auf der einen oder höchstrichterliche Urteile zur Grünen Gentechnik auf der anderen Seite sorgten dafür, dass in der Biotech-Branche keine Langeweile aufkam.

Das zeigt auch ein Blick auf die meistgelesenen Artikel auf transkript.de der vergangenen zwölf Monate.

Im Januar meldete die Münchener Immatics AG den erfolgreichen Abschluss der Phase II mit dem Krebsimpfstoff IMA910. Im Februar hat die Aachener Paion AG alle Desmoteplase-Rechte für 20 Mio. Euro an den Pharmakonzern Lundbeck verkauft. Der einstige Schlaganfallspezialist will künftig vor allem im Bereich der Anästhesie-Arzneien reüssieren. Im März sonnte sich die Biotechnologie für einen kurzen Augenblick im Glanz der Schönen und Reichen: Carsten Maschmeyer sorgte mit der Ankündigung bei der Biofrontera AG einsteigen zu wollen, für Aufsehen. Unruhe löste im April hingegen ein FAZ-Interview mit Thomas Strüngmann aus, in dem der Biotech-Investor prophezeite, die Pharma-Branche werde angesichts des Mangels an eigenen Innovationen noch durch ein tiefes Tal gehen. Im Mai spekulierte die Branche über einen Spartenumbau bei Bayer. Angeblich habe der Konzern das Diabetes-Geschäft zum Verkauf gestellt – passiert ist bis heute nichts. Stattdessen zog wenige Monate später Roche in der eigenen Diabetes-Abteilung die Zügel an und leitete die Restrukturierung ein. Im Juni verkaufte die Medigene AG ihre noch verbliebene Umsatzbeteiligung an der Eigenentwicklung Eligard, um frisches Kapital zu erhalten. Im Juli sorgte die Corimmun AG für einen neuen Rekord: Für 100 Mio. US-$ wurde das eigene Unternehmen an den US-amerikanischen Pharmariesen Johnson & Johnson verkauft. Der August gehörte schließlich der Wissenschaft: Die Meldung, dass bestimmte Immunzellen bei Multipler Sklerose Zellen vor der Zerstörung schützen können, verursachte auch außerhalb der Fachwelt einigen Wirbel. Im September musste die Magforce AG ihre Forschungsbemühungen auf Eis legen. Mit einer verkleinerten Mannschaft will das Unternehmen die Vermarktung des eigenen Krebstherapeutikums vorantreiben und so neue Einnahmen generieren. Der Oktober brachte bei Wilex schlechte Nachrichten. Überraschend musste der Konzern das Scheitern seiner Phase III-Studie mit dem Krebsantikörper Rencarex eingestehen – Entlassungen waren die Folge. Für bessere Stimmung sorgte im November die Morphosys AG: Zum ersten Mal überhaupt ging das Unternehmen nicht nur eine Entwicklungsallianz ein, sondern erwarb auch eine Minderheitsbeteiligung am neuen Geschäftspartner. In die vorweihnachtliche Dezember-Zeit platzte schließlich die Nachricht, dass die Agennix AG nach dem Scheitern des Wirkstoffs Talactoferrin den Standort Martinsried schließen muss.

Die am häufigsten gelesenen Wirtschaftsnachrichten 2012:

  1. 100 Mio. US-$-Deal für Corimmun
  2. Entlassungen bei Magforce
  3. Aus für Agennix in Martinsried

Die am häufigsten gelesenen Wissenschaftsnachrichten 2012:

  1. Immundogma bei MS widerlegt
  2. Diabetes-Arznei gegen MS
  3. Exzellenzunis – Karlsruhe draußen

Die am häufigsten gelesenen Politiknachrichten 2012:

  1. Lifecodexx unter Beschuss
  2. Biotech-Report – Branche wächst
  3. Steuerstreit könnte Millionen kosten

Mit diesem Nachrichtenüberblick verabschiedet sich die |transkript-Redaktion für das Jahr 2012. Am 3. Januar 2013 melden wir uns wieder zurück mit aktuellen Nachrichten und allerlei Wissenswertem aus der Biotechnologie in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Bis dahin: Bleiben Sie gesund, genießen Sie die Feiertage und kommen Sie gut ins neue Jahr!


© transkript.de/bk

http://www.transkript.de/nachrichten/wirtschaft/2012-04/jahresrueckblick-2012.html

Rückblende

19.12.2014 War es ein gutes Jahr für die Biotech-Branche? Auch wenn der Hype um die Biotech-Industrie im anglo-amerikanischen Raum ungleich größer war, die Szene in Deutschland, der Schweiz und Österreich nutzte das Fahrwasser und entwickelte sich positiv: So konnten etliche Finanzierungsrunden abgeschlossen, Erfolge bei klinischen Studien gefeiert und Produkte lanciert werden. |transkript lässt das Jahr Revue passieren.

Verkauf

18.12.2014 Das Schweizer Biotech-Unternehmen Evolva trennt sich von seiner Antibiotika-Entwicklung. Bis zu 57 Mio. Euro könnte der Deal mit einem Bioterror-Spezialisten aus den USA einspielen.

Finanzierung

17.12.2014 Der deutsch-niederländische Diagnostik-Riese Qiagen beteiligt sich finanziell an der Protagen AG. Der Grund ist Qiagens Interesse an der Diagnostik von Autoimmunkrankheiten.

Beteiligungen

16.12.2014 Die Deutsche Biotech Innovativ AG hat eine Kapitalerhöhung beschlossen und erfolgreich plaziert. Der Emissionserlös könnte bis zu vier neuen Start-ups zugutekommen.

Klinische Entwicklung

10.12.2014 Die 4SC AG in Martinsried hat neue Phase I-Daten für den Krebswirkstoff 4SC-205 vorgelegt. Der niedermolekulare Wirkstoff soll nun in die klinische Phase II gebracht werden.

Zulassung

09.12.2014 Der Darmkrebstest Epi procolon der Berliner Epigenomics AG ist in China zugelassen worden. Lizenzpartner Biochain will nun die Markteinführung vorantreiben.

Klinische Entwicklung

08.12.2014 Der Krebsantikörper MOR208 wirkt und ist gut verträglich – das sind die finalen Ergebnisse einer Phase I/IIa-Studie, die die Morphosys AG nun vorgestellt hat.

Zulassung

05.12.2014 Im Rekordtempo ist der von Amgen für die Krebsbehandlung entwickelte Bite-Antikörper Blinatumomab von der FDA als Krebsarznei zugelassen worden.

Strategische Partnerschaft

03.12.2014 Die Hamburger Evotec AG verhandelt mit dem Pharmakonzern Sanofi über eine weitreichende strategische Zusammenarbeit. Im Kern geht es um die Übernahme des Sanofi-Standortes in Toulouse mit 200 Mitarbeitern.

Übernahme

02.12.2014 Die Nabelschnurblutbank Vita 34 AG kauft in Österreich zu. Im Rahmen eines Asset-Deals wird das Geschäft der Vivocell Biosolutions GmbH & Co KG in Graz übernommen.

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