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Morphosys wird vorsichtig
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Geschäftszahlen

Morphosys wird vorsichtig

06.03.2013 - Für das abgelaufene Geschäftsjahr legt der Antikörperspezialist Morphosys AG stabile Zahlen vor. Beim Ausblick zeigt sich das Unternehmen aus Martinsried aber konservativ und erwartet sogar einen Verlust.

Vor allem weil Morphosys im Vergleich zum Vorjahr weniger Lizenzeinnahmen und Meilensteinprämien zuflossen, sank der Gewinn 2012  auf 2,4 Mio. Euro. Im Vorjahr lag der Jahresüberschuss noch bei 8,2 Mio. Euro. Auch der Verkauf der Forschungssparte AbD-Serotec wirbelt die Bilanzen ordentlich durcheinander. Das Segment wird als aufgegebener Geschäftsbereich gewertet. Der Konzernumsatz aus den fortgeführten Geschäftsbereichen betrug 51,9 Mio. Euro. Mit AbD Serotec hätte sich der Umsatz auf 69,6 Mio. Euro belaufen und damit knapp unter der eigenen Prognose gelegen – noch im vergangenen Dezember war der Konzern von Umsätzen zwischen 70 und 75 Mio. Euro ausgegangen. Konzernchef Simon Moroney zeigte sich vor dem Hintergrund wichtiger Studienergebnisse und einer vollen Kriegskasse trotzdem zufrieden mit dem vergangenen Jahr: „Unsere Antikörperpipeline war noch nie stärker und wir waren noch nie besser finanziert.“

Für die Zukunft bleiben die Verantwortlichen aber vorsichtig. Die Prognose für das kommende Geschäft wurde von Analysten als zu konservativ kritisiert. Grund dafür: Der aktuelle Konzernausblick blendet mögliche Lizenzdeals rund um die Technologieplattform Ylanthia oder Medikamentenkandidaten aus. Für 2013 erwartet Unternehmenschef Simon Moroney einen Umsatz von 48 bis 52 Mio. Euro. Steigende Forschungs- und Entwicklungskosten durch weitere Studien drücken zudem auf das Ergebnis. Operativ wird mit einem Verlust beim Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) von 18 bis 22 Mio. Euro gerechnet. „Ein Lizenzdeal für Ylanthia oder eine sofort fällige Zahlung bei einer Medikamentenauslizenzierung könnte dieses Bild umkehren“, so DZ-Bank-Analyst Elmar Kraus.

Morphosys will im kommenden Jahr besonders die eigene Antikörper-Pipeline weiterentwickeln. Ein Lizenzvertrag für den Wirkstoff MOR103 gegen Rheuma und Multiple Sklerose soll noch in diesem Jahr abgeschlossen werden. "Wenn wir das erreichen sollten, dann werden wir entsprechend deutlich veränderte Zahlen für 2013 sehen", sagte Finanzchef Holstein. Auch ein Gewinn vor Zinsen und Steuern sei dann 2013 möglich. Gespräche mit potentiellen Partnern für Morphosys’ am weitesten fortgeschrittenen Medikamentenkandidaten liefen bereits.

© transkript.de/bk

http://www.transkript.de/nachrichten/wirtschaft/2013-01/morphosys-wird-vorsichtig.html

Verkauf

18.12.2014 Das Schweizer Biotech-Unternehmen Evolva trennt sich von seiner Antibiotika-Entwicklung. Bis zu 57 Mio. Euro könnte der Deal mit einem Bioterror-Spezialisten aus den USA einspielen.

Finanzierung

17.12.2014 Der deutsch-niederländische Diagnostik-Riese Qiagen beteiligt sich finanziell an der Protagen AG. Der Grund ist Qiagens Interesse an der Diagnostik von Autoimmunkrankheiten.

Beteiligungen

16.12.2014 Die Deutsche Biotech Innovativ AG hat eine Kapitalerhöhung beschlossen und erfolgreich plaziert. Der Emissionserlös könnte bis zu vier neuen Start-ups zugutekommen.

Klinische Entwicklung

10.12.2014 Die 4SC AG in Martinsried hat neue Phase I-Daten für den Krebswirkstoff 4SC-205 vorgelegt. Der niedermolekulare Wirkstoff soll nun in die klinische Phase II gebracht werden.

Zulassung

09.12.2014 Der Darmkrebstest Epi procolon der Berliner Epigenomics AG ist in China zugelassen worden. Lizenzpartner Biochain will nun die Markteinführung vorantreiben.

Klinische Entwicklung

08.12.2014 Der Krebsantikörper MOR208 wirkt und ist gut verträglich – das sind die finalen Ergebnisse einer Phase I/IIa-Studie, die die Morphosys AG nun vorgestellt hat.

Zulassung

05.12.2014 Im Rekordtempo ist der von Amgen für die Krebsbehandlung entwickelte Bite-Antikörper Blinatumomab von der FDA als Krebsarznei zugelassen worden.

Strategische Partnerschaft

03.12.2014 Die Hamburger Evotec AG verhandelt mit dem Pharmakonzern Sanofi über eine weitreichende strategische Zusammenarbeit. Im Kern geht es um die Übernahme des Sanofi-Standortes in Toulouse mit 200 Mitarbeitern.

Übernahme

02.12.2014 Die Nabelschnurblutbank Vita 34 AG kauft in Österreich zu. Im Rahmen eines Asset-Deals wird das Geschäft der Vivocell Biosolutions GmbH & Co KG in Graz übernommen.

Industrielle Biotechnologie

28.11.2014 Das französisch-deutsche Unternehmen Global Bioenergies (GBE) stellt erstmals fermentativ Butadien her. Vom Olefin Isobuten wurden in einer französischen Pilotanlage erste industrielle Chargen produziert.

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