Wirtschaft

Wilex: Comeback für Rencarex?
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Klinische Entwicklung

Wilex: Comeback für Rencarex?

28.02.2013 - Eigentlich galt der Krebswirkstoff Rencarex nach einem Fehlschlag in Phase III als gescheitert. Die Münchener Wilex AG hat bei der Detailanalyse nun doch eine Patientengruppe gefunden, die von der Arznei profitieren könnte.

Mitte Oktober vergangenen Jahres hat der Krebsspezialist Wilex seinen Hauptentwicklungskandidaten Rencarex begraben müssen. In der Phase III-Studie Ariser verfehlte der Antikörper den primären Endpunkt. Der Wirkstoff Girentuximab sei nicht in der Lage, das mediane krankheitsfreie Gesamtüberleben bei der adjuvanten Behandlung des klarzelligen Nierenzellkarzinoms (ccRCC) signifikant zu verbessern, urteilte das unabhängige Datenkontrollkomitee (IDMC). Der folgende Studienabbruch ließ die Wilex-Aktie an der Börse abstürzen: Innerhalb weniger Wochen purzelten die Kurse von knapp vier auf weniger als einen Euro. Das Unternehmen versuchte mit einem Sparprogramm gegenzusteuern.

Eine detaillierte Auswertung der Ariser-Daten zeigt nun: Möglicherweise profitiert doch eine Subgruppe von einer Behandlung mit dem Wirkstoff. Der Antikörper bindet hochspezifisch an das Enzym Carbonische Anhydrase IX (CAIX), welches auf Nierenkrebszellen exprimiert wird. Erst die jetzige Datenauswertung hat gezeigt, dass mit steigenden CAIX-Werten im Tumorgewebe auch der Therapieeffekt zunimmt. Das krankheitsfreie Überleben wurde in der mit Rencarex behandelten Patientengruppe mit einem hohen CAIX-Wert gegenüber der Placebogruppe und Patienten mit einem niedrigen CAIX-Wert klinisch und statistisch signifikant verbessert, sagt Wilex. Wie groß die Patientengruppe oder wie stark der Effekt genau ist, will das Unternehmen erst in einigen Wochen in einer wissenschaftlichen Veröffentlichung verraten. Bis dahin soll auch ein neues Entwicklungsprogramm vorliegen. Klar ist schon jetzt: Ganz ohne neue klinische Versuche wird es nicht gehen. Woher dafür das Geld kommt, ist aber noch unklar. Zum Stichtag 30. November 2012 hatte Wilex rund 23,4 Mio. Euro in der Kasse. Bei monatlichen Verlusten von 1,7 Mio. Euro dürften die Mittel kaum ausreichen, um eine weitere Studie allein zu finanzieren.

An der Börse sorgten die Nachrichten trotzdem für einen Kurssprung. Offenbar haben viele Anleger wieder Hoffnung geschöpft. Das Papier ging am 27. Februar, dem Tag nach Bekanntgabe der Neuigkeiten zur Ariser-Studie, mit 1,86 Euro aus dem Handel – ein Plus von mehr als 13%.

© transkript.de/bk

http://www.transkript.de/nachrichten/wirtschaft/2013-01/wilex-comeback-fuer-rencarex.html

Kooperation

05.02.2016 Die University of Rochester verlässt sich für den Aufbau einer Gewebedatenbank auf die Dienste des Hamburger Krebsspezialisten Indivumed GmbH.

IPO

04.02.2016 Die Brain AG hat den Ausgabepreis für die zum Börsengang neu geschaffenen Aktien auf 9 Euro festgelegt. Insgesamt erlöst der Bioökonomie-Pionier in Zwingenberg rund 31,5 Mio. Euro.

Kooperation

03.02.2016 Die Diagnostikexperten der Qiagen NV in Hilden haben zwei neue Kooperationsvereinbarungen in den USA geschlossen.

IP

02.02.2016 Das US-amerikanische Patentamt hat ein Schutzrecht für den Einsatz von Amatoxin-Konjugaten in der Tumortherapie erteilt. Die Methode wird exklusiv von der Wilex-Tochtergesellschaft Heidelberg Pharma entwickelt.

Klinische Forschung

29.01.2016 Der Sepsis-Spezialist Inflarx GmbH in Jena hat eine Phase II-Studie mit seinem Leitprodukt IFX-1 erfolgreich abgeschlossen.

Accelerator

28.01.2016 Der Chemie- und Pharmakonzern Merck hat in Kenias Hauptstadt Nairobi einen Accelerator gegründet. Das Programm soll Start-ups aus dem Bereich Digital Health fördern.

Finanzierung

26.01.2016 Die erste Wagniskapitalrunde steht: Ende Januar hat das Diagnostikunternehmen Senostic GmbH eine Kapitalspritze des High-Tech Gründerfonds (HTGF) verkündet. Damit verbunden ist ein Umzug der Neurodiagnostiker innerhalb von Niedersachsen.

Forschung

25.01.2016 Der Immunonkologie-Spezialist Medigene hat eine Forschungskooperation mit der Abteilung für Onkologie der Universität Lausanne gestartet. Ziel ist es, eine bessere und schnellere Methode für die Selektion von tumorspezifischen T-Zellen zu etablieren.

Finanzierung

22.01.2016 Der Würzburger Wirkstoffentwickler Vasopharm hat von Investoren 20 Mio. Euro erhalten, um eine Phase III-Studie mit dem Medikamentenkandidaten VAS203 durchzuführen.

Bioökonomie

21.01.2016 Bezüglich ihres geplanten IPO hat die Brain AG in Zwingenberg das nächste Etappenziel erreicht. Ende Januar wurde der Wertpapierprospekt gebilligt. Die festgelegte Preisspanne reicht von 9,00 bis 12,00 Euro je Aktie, das Emissionsvolumen könnte damit bei maximal 48,3 Mio. Euro liegen.

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Angaben ohne Gewähr, Stand: 06.02.2016

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