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Jahresrückblick 2015
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Jahresrückblick

Jahresrückblick 2015

23.12.2015 - Viele Akteure in der Biotechnologie werden das Jahr 2015 in guter Erinnerung behalten: Geglückte Börsengänge, rekordverdächtige Finanzierungsrunden und aufsehenerregende Unternehmensverkäufe prägten das Jahr ebenso wie viele wichtige Fortschritte in der klinischen Entwicklung. Für einige Firmen brachte das Jahr aber auch schlechte Nachrichten: Juristische Querelen, gescheiterte klinische Studien oder Rückschläge bei Zulassungsprojekten. transkript.de lässt das Jahr Revue passieren.

Die ersten Januartage nutzte der Pharmakonzern Pfizer, um seine Vakzinepipeline aufzufüllen. Durch eine Mehrheitsbeteiligung an der Redvax GmbH in Schlieren sicherte der Konzern sich den Zugriff auf einen Impfstoff gegen den humanen Zytomegalievirus (HCMV). Im Februar meldete die Wilex AG wichtige Fortschritte: Die auf Krebstherapien spezialisierte Wilex-Tochter Heidelberg Pharma profitiert als Teil des europäischen Trainingsnetzwerks Magicbullet von einem neuen Förderprogramm der Europäischen Union.

Der März sorgte gleich für mehrere bemerkenswerte Deals. Zunächst wurde bekannt, dass der Pharma- und Medtech-Konzern Baxter die Suppremol GmbH in München für rund 200 Mio. Euro übernimmt. Das ist die größte nur mit Bargeld finanzierte Übernahme eines forschenden Biotech-Unternehmens seit 2009. Der Impfstoffentwickler Curevac in Martinsried meldete wenig später den Einstieg der Bill-und-Melinda-Gates-Stiftung als Investor. Zusammen mit dem bisherigen Hauptanteilseigner Dietmar Hopp stellte die Stiftung 67 Mio. Euro Eigenkapital bereit. Hopp, einer der aktivsten Biotech-Investoren hierzulande, war es denn auch, der im Nachgang die Diskussion um einen Börsengang von Curevac befeuerte. Erste Voraussetzungen dafür hat Curevac inzwischen geschaffen: Im Herbst wandelte sich das Unternehmen von einer GmbH zur AG – und sammelte dabei noch einmal 100 Mio. Euro ein.

Im April konnte die Merck KGaA ihren Antikörper Avelumab in die klinische Phase III bringen. Der gemeinsam mit dem US-Konzern Pfizer entwickelte Antikörper bindet als Checkpoint-Inhibitor an das Molekül Programmed Death Ligand 1 (PD-L1) und soll zur Behandlung des nicht-kleinzelligen Bronchialkarzinoms getestet werden. Der Therapieentwickler 4SC AG konnte das eigene Leitprodukt, den Krebswirkstoff Resminostat, in Asien an eine Tochter des italienischen Menarini-Konzerns auslizenzieren – für bis zu 95 Mio. Euro. Erst wenige Mopnate zuvor hatte das Unternehmen in Martinsried sein Kapital herabgesetzt, um sich weitere Finanzierungsoptionen zu erschließen.

Im Mai präsentierte die Biontech AG in Mainz Eli Lilly als Pharmapartner. In einer millionenschweren Partnerschaft identifizieren die beiden Firmen neue Tumortargets und die dazugehörigen T-Zell-Rezeptoren (TCRs) in einer oder mehreren Krebsarten. Mit Genmab und Sanofi setzen inzwischen weitere europäische Pharmakonzerne auf das Know-how der Mainzer. Ebenfalls im Mai investierte die US-Biotech-Schmiede Juno in Deutschland. Den Wert der Übernahme von Stage Cell Therapeutics GmbH in Göttingen und München beziffern Experten auf bis zu 207 Mio. Euro.

Der Pharmakonzern Roche begann im Sommer mit einem größeren Umbau. Vor allem dem Thema Krebsimmuntherapien wird seitdem mehr Bedeutung zugewiesen. Das hat Folgen auch für den Standort Penzberg. Die Forschungsarbeiten zur Immunonkologie wurden im Sommer von Bayern nach Zürich verlegt. Später wurde bekannt, dass Roche vier Werke für die Produktion von niedermolekularen Wirkstoffen verkaufen will. Zudem wurde eine Entwicklungspartnerschaft mit  Wilex aufgelöst. Für Schlagzeilen sorgte im August eine deutsch-deutsche Partnerschaft: Gemeinsam wollen Morphosys in Martinsried und Immatics in Tübingen das Feld der Krebsimmuntherapien aufrollen.

Im September konnte die Mologen einen Punktsieg im Streit mit Aktionären erreichen. Eine Anfechtungsklage gegen die Hauptversammlung 2014 wurde vom Berliner Landgericht zurückgewiesen. Auch für die Schweizer Santhera hielt der September gute Nachrichten bereit: Die Europäische Arzneimittelagentur EMA hat das Medikament Raxone für die Behandlung eines seltenen Augenleidens zugelassen. Es ist Santheras erste Arznei am Markt. Anfang Oktober konnte der Spezialchemiekonzern Clariant sein neues Biotech-Forschungszentrum in Planegg-Martinsried feierlich eröffnen.

Kein Glück hatte hingegen das Biotech-Untenehmen Cytotools in diesem Herbst. Ende November scheiterte eine Phase III-Studie mit dem Wundheilungspräparat Dermapro beim Tochterunternehmen Dermatools. Das sorgte für einen massiven Kurseinbruch um annähernd 90% bei der Konzernmutter. Mehr Börsenglück war im November hingegen der Curetis AG beschieden. Der Diagnostikspezialist aus Holzgerlingen feierte an der Euronext mit Einnahmen von 40 Mio. Euro einen Auftakt nach Maß.

Neben den Wirtschaftsthemen widmet sich transkript.de natürlich auch Biotechnologie-relevanten Neuigkeiten aus Wissenschaft und Politik. Hier die 2015 am häufigsten gelesenen Wissenschaftsnachrichten:

TRM Leipzig ohne Perspektive

Krebs: Giotrif schlägt Tarceva

26 Mio. Euro für Maxsynbio

und Politiknachrichten:

Petition für GVO-Kennzeichnung

Branche auf Wachstumskurs

RTDS-Raps bleibt umstritten

Mit diesem Nachrichtenüberblick verabschiedet sich die transkript.de-Redaktion für das Jahr 2015. Am 4. Januar 2016 melden wir uns wieder zurück mit aktuellen Nachrichten und allerlei Wissenswertem aus der Biotechnologie in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Bis dahin: Bleiben Sie gesund, genießen Sie die Feiertage und kommen Sie gut ins neue Jahr!

© transkript.de/bk

http://www.transkript.de/nachrichten/wirtschaft/2015-04/jahresrueckblick-2015.html

Strategie

27.06.2016 Die Pharmakonzerne Sanofi und Boehringer haben sich auf die endgültigen Bedingungen für den Tausch von Geschäftseinheiten geeinigt.

Neubau

23.06.2016 Der Wiener Impfstoffentwickler Affiris AG hat im Rahmen einer Kapitalerhöhung 10 Mio. Euro eingeworben.

Forschung & Entwicklung

22.06.2016 Den Wert der Projekte in seiner Forschungspipeline hat der Spezialchemiekonzern Evonik um rund 500 Mio. Euro gesteigert – auch dank neuer Innovationen in der Biotechnologie.

Strategie

20.06.2016 Der Schweizer Konzern Nestlé setzt für weiteres Wachstum eher auf Afrika als auf ein verstärktes Engagement im Pharma-Bereich.

Klinische Entwicklung

17.06.2016 Die Heidelberger Apogenix AG hat neue klinische Daten für ihren Entwicklungskandidaten APG101 vorgelegt.

Finanzierung

16.06.2016 Der Lörracher Antibiotika-Entwickler Allecra Therapeutics hat in einer Serie B-Finanzierung 22 Mio. Euro eingeworben.

Diagnostik

15.06.2016 Der Diagnostikspezialist Curetis NV hat mit der Vermarktung seiner neuen Unyvero BCU Blutkulturkartusche begonnen – Zwischenergebnisse einer externen Studie geben zusätzlichen Rückenwind.

Restrukturierung

13.06.2016 Durch den Verkauf eines italienischen Tochterunternehmens will die Schweizer Therametrics Holding AG genügend Geld zusammenbekommen, um vier weitere CRO-Landesgesellschaften loszuschlagen.

Restrukturierung

10.06.2016 Die Berliner Mologen AG stoppt ihre Produktions- und Forschungsaktivitäten in Berlin-Dahlem.

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Angaben ohne Gewähr, Stand: 27.06.2016

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