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Ebola: Antikörper-Fabriken aus Halle
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Grüne Gentechnik

Ebola: Antikörper-Fabriken aus Halle

08.08.2014 - Das Anti-Ebola-Serum ZMapp aus Tabak sorgt für Schlagzeilen. Entwickelt wurde die grüne Produktionstechnik von der Hallenser Icon Genetics GmbH.

Sollte gegen die verheerende Ebola-Epidemie in Westafrika tatsächlich ein Kraut gewachsen sein, dann haben besondere Tabakpflanzen der Art Nicotiana benthamiana derzeit die besten Chancen. Die Gewächse dienen der Biotech-Firma Mapp Biopharmaceutical aus San Diego als grüne Fabriken für einen Antikörper-Dreier-Cocktail namens ZMapp, der in den vergangenen Tagen zum Hoffnungsträger im Kampf gegen das in Westafrika wütende Ebola-Virus geworden ist. Das Know-how für die Produktion der monoklonalen „Plantibodies“ kommt aus Deutschland: Entwickelt hat das System die Firma Icon Genetics GmbH. Gelenkt wird das Unternehmen mit Sitz in Halle/Saale von dem aus der Ukraine stammenden Molekularbiologen Yuri Gleba.

Das von den Pflanzenforschern entwickelte Expressionssystem heißt magnICON. Hierbei wird der molekulare Bauplan für die humanisierten Antikörper in Tabakmosaikviren gepackt und mit Hilfe von Agrobakterien in die Pflanzen eingeschleust. Eine Woche später können die massenhaft produzierten Antikörper aus den Blättern geerntet werden.

Icon Genetics kann bereits auf eine wechselhafte Geschichte zurückblicken: 1999 gegründet, gelang dem Team um Gleba und Victor Klimyuk 2006 ein bemerkenswerter Deal: Die Bayer Innovation GmbH kaufte das Unternehmen für 28 Mio. Euro. Der Leverkusener Konzern investierte 10 Mio. Euro in eine Pilotanlage für die Antikörperproduktion in Halle. 2010 starteten Bayer und Icon Genetics mit den „Plant-made antibodies“ eine klinische Phase I-Studie, um eine personalisierte Krebsimmuntherapie zur Behandlung von Non-Hodgkin-Lymphomen zu testen. 2012 zog sich Bayer dann im Zuge einer Fokussierung des Portfolios zurück, Icon ging zurück an den Gründer Yuri Gleba und dessen Nomad Bioscience GmbH in München. Die in mehreren US-Kliniken durchgeführte klinische Studie wurde aber weiter von Bayer finanziert. Im Januar dieses Jahres wurden erste Ergebnisse vorgestellt, demnach zeigte sich die Behandlung als sicher und verträglich. Bereits 2012 wurde bei Icon über einen Zusammenschluss mit Mapp in San Diego und der Firma Kentucky Bioprocessing verhandelt, daraus wurde aber nichts. Die Firmen pflegen allerdings eine langjährige Kooperation.

© transkript.de/pg

http://www.transkript.de/nachrichten/wissenschaft/2014-02/ebola-antikoerper-fabriken-aus-halle.html

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