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Krebszellen im Wechselbetrieb
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Tumorbiologie

Krebszellen im Wechselbetrieb

02.05.2016 - Tumorzellen, denen mit Medikamenten der Sauerstoff abgedreht wird, stellen ihren Stoffwechsel mittelfristig um. Sie wechseln auf eine Energiegewinnung ohne Sauerstoff und spannen benachbarte Körperzellen für ihren Stoffwechsel ein, berichten Forscher von Universität und Universitätsspital Basel in der neuesten Ausgabe des Fachblatts Cell Reports berichten.

Eine Reihe von Krebstherapien zielt darauf ab, die Neubildung von Blutgefäßen zu verhindern, die den Tumor mit Blut versorgen. Dies zeigt zwar meist einen vorübergehenden Erfolg, indem das Tumorwachstum für eine gewisse Zeit gebremst oder sogar ganz unterbunden wird. Die Tumore werden aber im Lauf der Behandlung resistent gegen diese Therapie.

Nun hat die Forschungsgruppe um Gerhard Christofori vom Departement Biomedizin der Universität und des Universitätsspitals Basel gezeigt, dass Tumore auch ohne neue Blutgefäßversorgung weiter wachsen können – eine unerwartete Beobachtung, wie die Forscher im Fachmagazin Cell Reports berichten. Die biochemische und molekulargenetische Aufarbeitung des Befunds zeigte, dass die Tumorzellen ihren Stoffwechsel umstellen: Sie verwenden zur Energiegewinnung nicht mehr den Sauerstoff, der über die Blutgefäße geliefert wird – sondern sie wechseln zu einer sauerstofffreien Energiegewinnung, der Glykolyse. Die dabei entstehende Milchsäure wird über die molekularen Transporter MCT1 und MCT4 an die Zellen abgegeben, die noch genügend Sauerstoff erhalten und die Milchsäure mit dem Sauerstoff zur Energiegewinnung nutzen können.

Auch einen neuen Ansatz, wie das Tumorwachstum unterbrochen werden kann, zeigen die Forscher auf: nämlich indem die sauerstofffreie Energiegewinnung oder der Transport der Milchsäure gehemmt wird. Demnach hemmt eine Kombination von bekannten Krebsarzneien, wie den Multi-Kinaseinhibitoren Nintedanib beziehungsweise Sunitinib und einem Glykolyse-Inhibitor (3PO) das Tumorwachstum effizient. „Unsere Erkenntnisse öffnen neue Wege, anti-angiogene Therapien zu optimieren und das Tumorwachstum effizient und langfristig zu hemmen“, kommentiert Mitautor Christofori die Ergebnisse der Gruppe.

© transkript.de/bk

http://www.transkript.de/nachrichten/wissenschaft/2016-02/krebszellen-im-wechselbetrieb.html

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