Wissenschaft

TRM Leipzig ohne Perspektive
Bild vergrößern

Regenerative Medizin

TRM Leipzig ohne Perspektive

03.07.2015 - Mit mehr als 70 Mio. Euro hat das Bundesforschungsministerium seit 2006 drei Translationszentren für die Regenerative Medizin gefördert. Anfang Juli beendete das Ministerium die Unterstützung für das TRM Leipzig.

Mit dem Auslaufen der Förderung steht das Translationszentrum für Regenerative Medizin (TRM) an der Universität Leipzig vor dem Aus. Der Bund hatte rund 75% der rund 40 Mio. Euro-Finanzierung in den zwei vorangegangenen Förderperioden gestemmt. Das Land Sachsen hatte zusätzlich den Umbau der ehemaligen Frauenklinik übernommen. Zwar versicherte Sachsens Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange (SPD), dass ihr „sehr am Erhalt wesentlicher Strukturen des TRM […] gelegen“ sei. Wie dies nach der Emeritierung seines international gut vernetzten, 66-jährigen Direktors Frank Emmrich mit nur 25% des ursprünglichen Budgets gelingen soll, dazu konnte das Ministerium gegenüber |transkript noch keine konkreten Auskünfte geben. Dazu kommt: 90 der 132 Angestellten des TRM erhielten nach Angaben der Landtagsfraktion Die Linke dieser Tage bereits das Kündigungsschreiben der Universität Leipzig.

Rektorin Beate Schmücking sagte, der Zeitrahmen für die Übertragung von Forschungsergebnissen in die Praxis sei zu knapp bemessen gewesen. Eine erste klinische Studie im Feld der Transplantatabstoßung sollte nach mehrjähriger Verzögerung in diesem Jahr beginnen. Als weiteren Grund nannte die Rektorin, dass es nicht gelungen sei, ausreichend viele Drittmittel aus der Gesundheitswirtschaft zu akquirieren. Gegenüber dem Deutschlandfunk bemängelte das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) das Fehlen eines Verstetigungskonzeptes.

Michael Cross, der erst im April als neuer Forschungschef des TRM benannt worden war, erklärte, dass es schwierig sei, Investoren für einen Markt zu finden, den es noch nicht gebe: „Wir entwickeln Produkte, die es nie gab“, sagte er im Deutschlandfunk. Die größte Schwierigkeit bestehe darin, Sponsoren für die teuren klinischen Versuche zu finden. Tatsächlich engagierten sich, einer vom Bundesforschungsministerium in Auftrag gegebenen Studie von Capgemini aus dem Jahr 2008 zufolge, nur 3% der großen Pharmaunternehmen im Bereich der Regenerativen Medizin. Die Studie, die dem Feld einen Milliardenmarkt zuschrieb, empfahl, die Translation von Forschungsergebnissen zu beschleunigen.

Eine Anschlussfinanzierung erhielt dagegen das ebenfalls 2006 gestartete Berlin-Brandenburger Centrum für Regenerative Medizin. Mit Hilfe der Ausgründung T-cell Europe und der in der europäischen Forschungsförderung gut vernetzten Firmenchefin Petra Reinke gelang es dort, klinische Studien im Feld der Nierentransplantationsabstoßung zu initiieren. Das dritte, seit 2008 geförderte und stärker projektorientierte Translationszentrum für kardiale Stammzelltherapie in Rostock befindet sich derzeit bereits in Phase III-Tests einer Stammzelltherapie.

© transkript.de/tg

http://www.transkript.de/nachrichten/wissenschaft/2015-03/trm-leipzig-ohne-perspektive.html

Konferenz

29.06.2015 Am Sonntag wurde das 65. Nobelpreisträgertreffen in Lindau eröffnet. In diesem Jahr stehen alle drei naturwissenschaftlichen Nobelpreis-Kategorien im Fokus.

Asthma

01.06.2015 Die Sterna Biologicals GmbH & Co. KG hat positive Ergebnisse einer Phase Ib/IIa-Studie mit dem auf enzymatisch wirksamer DNA beruhenden Impfstoff SB010 vorgelegt.

Krebsmedizin

15.05.2015 Der ASCO-Kongress ist für viele Akteure in der Krebsmedizin der mit Abstand wichtigste Termin des Jahres. Deutsche Teilnehmer werden versuchen, dort mit guten Daten zu überzeugen.

Pflanzenbiotechnologie

21.04.2015 Zwei Projekte zur Entwicklung ertragsstarker Hybridweizensorten hat die Forschungsallianz Proweizen nun gestartet. Das Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) unterstützt die Arbeiten mit 6 Mio. Euro.

Synthetische Biologie

17.04.2015 Insgesamt 26 Mio. Euro investieren die Max-Planck-Gesellschaft und das Bundesforschungsministerium in ein neues Forschungsnetzwerk zur Synthetischen Biologie.

Bioökonomie

16.04.2015 Ein Vernetzungsmittel von Bayer Materialscience hat den Preis für das „Biomaterial des Jahres“ der International Conference on Bio-based Materials erhalten. Gleich darauf lobte auf der Veranstaltung in Köln der Pariser Risikokapitalgeber Sofinnova einen weiteren Preis aus.

Synthetische Biologie

07.04.2015 In einem nun gestarteten Synbio-Projekt an der RWTH Aachen werden Bakterien entwickelt, die Plastik zu biologisch abbaubaren Stoffen umwandeln. Die EU-Kommission unterstützt die Arbeiten mit 7 Mio. Euro.

Onkologie

23.02.2015 Werden Blutstammzellen aus ihrem Ruhezustand gerissen, so sammeln sich beim Hochfahren des Stoffwechsels Erbgutdefekte an. Sie können zum Versagen der Stammzellen oder zu Krebs führen, haben Heidelberger Forscher herausgefunden.

Bioökonomie

17.02.2015 Kürzlich startete ein neues Forschungsprojekt, in dem neue Verwertungsstrategien für Biokunststoffe entwickelt werden. Die Arbeiten werden vom Bundeslandwirtschaftsministerium mit 2,2 Mio. Euro gefördert.

© 2007-2015 BIOCOM

http://www.transkript.de/nachrichten/wissenschaft.html

Kurszettel

Alle Kurse

TOP

  • MEDIGENE10.45 EUR7.51%
  • WILEX3.65 EUR5.49%
  • KWS SAAT313.55 EUR2.37%

FLOP

  • 4SC4.59 EUR-6.33%
  • BIOFRONTERA2.06 EUR-5.50%
  • CO.DON2.43 EUR-4.71%

TOP

  • MEDIGENE10.45 EUR12.7%
  • KWS SAAT313.55 EUR9.8%
  • STRATEC BIOMEDICAL49.88 EUR9.0%

FLOP

  • CYTOS0.50 CHF-15.3%
  • FORMYCON24.22 EUR-13.5%
  • BIOTEST69.50 EUR-11.5%

TOP

  • 4SC4.59 EUR345.6%
  • WILEX3.65 EUR319.5%
  • FORMYCON24.22 EUR239.7%

FLOP

  • MOLOGEN5.03 EUR-45.0%
  • ADDEX3.05 CHF-40.8%
  • BIOFRONTERA2.06 EUR-26.2%

Angaben ohne Gewähr, Stand: 03.07.2015

Aktuelle Ausgabe

Alle Ausgaben

Nachrichten

Wirtschaft

Aktuelle News auf Laborwelt.de

Produkt-Highlight

Produkte