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Pflanzengenetik: Disco gestartet
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Grüne Gentechnik

Pflanzengenetik: Disco gestartet

22.04.2014 - Forscher des Max-Planck-Instituts für Molekulare Pflanzenphysiologie in Potsdam sind am neuen EU-Forschungsprojekt Disco beteiligt. Mittels Metabolic Engineering sollen Pflanzen für den industriellen Einsatz fit gemacht werden.

Insgesamt 6,5 Mio. Euro stellt die Europäische Union in den kommenden vier Jahren für die Arbeiten zur Verfügung. Ziel der insgesamt 15 Kooperationspartner ist es, Pflanzen effektiv für die Produktion hochwertiger Wirkstoffe für den menschlichen Bedarf zu nutzen.  Neben den Wissenschaftlern vom Max-Planck-Institut für Molekulare Pflanzenphysiologie sind aus Deutschland auch Forscher der Technischen Universität Dortmund, der Eurice GmbH  und von Boehringer Ingelheim an dem Projekt beteiligt, zudem weitere Forschungseinrichtungen in Belgien, Chile, Deutschland, England, Israel, Italien und Rumänien.

Die Arbeiten von Disco – einer Abkürzung für Discovery – konzentrieren sich zunächst auf zwei Pflanzenfamilien: Nachtschattengewächse wie Kartoffeln, Tomate noder Tabak und Schwertliliengewächse, zu denen unter anderem die Krokusart Safran gehört. Mit ihnen sollen künftig Nahrungszusatz- oder Ergänzungsmittel produziert werden. „Konkret geht es zunächst einmal um die Stoffe Solanesol, Scopolamin und verschiedene Carotinoide“, erläutert Ralph Bock, Leiter der Abteilung Organellenbiologie, Biotechnologie und molekulare Ökophysiologie am Max-Planck-Institut für Molekulare Pflanzenphysiologie, den Ansatzpunkt des Projekts. Bei Solanesol handelt es sich um ein Terpenoid, das  natürlicherweise in Tabak- und Kartoffelblättern  vorkommt und Krebserkrankungen vorbeugen kann, gegen Arteriosklerose wirksam ist oder auch als Anti-Aging-Mittel eingesetzt wird. Das Alkaloid Scopolamin kommt gleichfalls in Nachtschattengewächsen vor und kann Schmerzen stillen sowie Reisekrankheiten lindern. Carotinoide lassen sich als Futterzusatzstoff in Aquakulturen sowie als Lichtschutz für die Haut und zur Vorbeugung gegen Hautalterung einsetzen.

Während der Projektlaufzeit werden nicht nur die Stoffwechselwege untersucht, die an der Synthese solcher biologisch aktiven Substanzen beteiligt sind. Darüber hinaus werden neue biotechnologische Verfahren entwickelt, um die Pflanzen für den industriellen Einsatz fit zu machen. Mittels Metabolic Engineering soll die Produktion erwünschter Verbindungen erhöht beziehungsweise die Bildung unerwünschter Stoffe reduziert werden. Möglicherweise werden auch ganze Biosynthesewege von einem Organismus auf einen anderen übertragen. Außerdem kommen molekulare Marker zum Einsatz, um die vielversprechendsten Genkandidaten für die Stoffproduktion schnell und effektiv aufzufinden und für die Weiterzucht zu verwenden. „Wenn es uns gelingt, Pflanzen als grüne Fabriken zu nutzen, so leisten wir damit nicht nur einen Beitrag zur nachhaltigen Produktion, sondern tragen zur Entlastung der Umwelt bei, da auf manche chemische Syntheseverfahren zukünftig verzichtet werden könnte“, äußert sich Bock enthusiastisch zum Projekt.

© transkript.de/bk

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