Wissenschaft

AMD: Implantat statt Stammzellen
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Mikroimplantate

AMD: Implantat statt Stammzellen

16.07.2012 - Ein internationaler Kongress in Hamburg beschäftigte sich mit der altersabhängigen Makuladegeneration (AMD). Statt auf Stammzelltherapien ruhen die Hoffnungen der Forscher derzeit auf Mikroimplantaten.

Bereits zum 17. Mal hatte die Selbsthilfeorganisation Retina International vom 13. bis 15. Juli zu einem Fachkongress zur AMD eingeladen. In vergangenen Jahren waren auf diesem Gebiet einige Fortschritte zu verzeichnen, das wurde auf dem Kongress in Hamburg deutlich. Inzwischen sind 19 Abschnitte im Erbgut identifiziert, die das AMD-Risiko beeinflussen. Dazu gehören etwa Gene, die im Komplementsystem eine Rolle spielen oder die den Cholesterin- und Fettstoffwechsel steuern. Unlängst entdeckte eine Forschergruppe, dass bei einer Unterform der AMD auch ein mutiertes Gen (ABCA4) beteiligt ist, das die erbliche Makuladegeneration (Morbus Stargardt) verursacht.

Zur Behandlung der feuchten Form der AMD werden heute antikörperbasierte VEGF-Hemmer eingesetzt. Zwei VEGF-Hemmer (Pegaptanib und Ranibizumab) sind bereits seit 2006 beziehungsweise 2007 zugelassen, wobei die Fachgesellschaften Ranibizumab als Mittel der ersten Wahl einstufen. Ein dritter VEGF-Hemmer (Aflibercept) soll in den nächsten Monaten folgen. Ebenfalls eingesetzt wird der – für diese Indikation allerdings nicht zugelassene – VEGF-Hemmer Bevacizumab. Mit den VEGF-Hemmern ist die Entwicklung noch keineswegs zu Ende. „Zusammen mit der feuchten Form der AMD kommt stets auch die Spätform der trockenen AMD“, sagt Frank G. Holz von der Universitätsaugenklinik Bonn. Für sie gebe es bislang keine wirksame Therapie. „Wir brauchen Kombitherapien, die sich gegen beide Formen der AMD richten“, so der Mediziner.

Große Hoffnungen setzt Holz auf den Einsatz des Wachstumsfaktors CNTF (Ciliary Neurotrophic Factor). Produziert wird dieser von Zellen, die – in einem Implantat verpackt – in das Auge eingesetzt werden. Der Wirkstoff soll die Schicht der Photorezeptoren in der Retina verdicken. Geplant ist, die Behandlung demnächst in der klinischen Phase II zu erproben. Geht es um Stammzelltherapien gegen AMD, zeigt Holz sich zurückhaltend. „Die Untersuchungen befinden sich noch im Experimentierstadium, getestet werden beispielsweise induzierbare pluripotente Stammzellen in Tiermodellen.“ Doch ist es noch ein weiter Weg bis die Wirksamkeit von Stammzellen an Patienten untersucht werden können.

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