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Immun-Dogma bei MS widerlegt?
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Forschung

Immun-Dogma bei MS widerlegt?

17.08.2012 - Ein bestimmter Typ von Immunzellen kann offenbar die überschießende Immunreaktion bei Multipler Sklerose hemmen.

Bisher gingen die Wissenschaftler davon aus, dass dendritische Zellen mit dafür verantwortlich sind, dass das Immunsystem bei Multipler Sklerose (MS) Neurone angreift. In einem Mausmodell haben Mainzer Wissenschaftler nachgewiesen, dass genau das Gegenteil zutrifft. Sie haben ihre Arbeiten in der Fachzeitschrifft Immunity vorgestellt. „Durch die Zugabe von dendritischen Zellen ins Blut könnte möglicherweise die Autoimmunaktivität verringert werden,“ sagte Studienleiter Ari Waisman vom Institut für Molekulare Medizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Möglicherweise sei dieser Therapieansatz auch für andere Autoimmunkrankheiten geeignet.

In den Versuchen nutzten die Forscher ein Mausmodell, bei dem sogenannte T-Zellen zunächst durch Antigen-präsentierende Zellen aktiviert werden und anschließend die für MS typische Entzündungsreaktion hervorrufen. Bisher war unklar, ob diese Aktivierung durch dendritische Zellen erfolgt, die auch zur Gruppe der Antigen-präsentierenden Zellen gehören. Um dies zu untersuchen, veränderten die Forscher das Maus-Erbgut so, dass keine dendritischen Zellen mehr gebildet wurden. Das Ergebnis: Die Mäuse zeigten sogar schwerere Entzündungsreaktionen als unbehandelte Tiere. „Unsere Ergebnisse zeigen, dass die dendritischen Zellen das Immunsystem unter Kontrolle halten,“ fasst der am Projekt beteiligte Forscher Nir Yogev zusammen. Ob die Gabe von dendritischen Zellen tatsächlich auch bei MS-Patienten zu einer Linderung der Erkankung führt, müssen weitere Studien zeigen.

http://www.transkript.de/nachrichten/wissenschaft/2012-03/immun-dogma-bei-ms-widerlegt.html

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