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Statine als Krebsarznei
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Onkologie

Statine als Krebsarznei

05.09.2012 - Statine hemmen die Bildung neuer Lymphgefäße, berichten Forscher der ETH Zürich. Den Cholesterinsenkern könnte nun eine zweite Karriere als Krebsmedikament bevorstehen.

Mit einem neu entwickelten dreidimensionalen Zellsystem suchten Forscher des Instituts für Pharmazeutische Wissenschaften nach neuen Wirkstoffen, die bei Tumoren die Metastasen-Bildung hemmen. Rund 1.000 Substanzen wurden im Hochdurchsatzverfahren gescreent. Für ihr Testsystem beschichteten die Wissenschaftler winzige Kügelchen aus einem Naturkunststoff mit Lymphgefäßwand-Zellen aus menschlicher Haut und gossen diese in ein Gel. Wurden die Lymphgefäßwand-Zellen in diesem System mit wachstumsfördernden Botenstoffen stimuliert, begannen sie, Aussprossungen zu bilden, aus denen neue Lymphgefäße entstanden. „Es war uns möglich, eine so große Zahl von Substanzen zu testen, weil wir den ganzen Prozess automatisieren konnten“, berichtet Martin Schulz, Erstautor der entsprechenden Studie im Fachmagazin PNAS.

Mit Hilfe von Substanzen, die dafür bekannt sind, dass sie das Wachstum der Lymphgefäße hemmen, zeigten die Wissenschaftler: Die Ergebnisse ihres 3D-Systems stimmen besser als die Resultate von herkömmlichen Zellkultur-Testsystemen mit Daten aus Tierversuchen überein. „Unser System hat somit eine höhere Vorhersagekraft“, sagt Michael Detmar, der Arbeitsgruppenleiter. Die Züricher sind überzeugt, dass mit solchen 3D-Systemen in Zukunft vermehrt Tierversuche ersetzt werden können, vor allem wenn es darum geht, große Mengen von chemischen Substanzen auf eine pharmakologische Wirkung hin zu testen.

Ausgerechnet Statine hemmen nun besonders stark das Lympfwachstum  – jene Substanzklasse, die wegen ihrer cholesterinsenkenden Wirkung sehr häufig bei Patienten mit Herz-Kreislaufproblemen eingesetzt wird, um das Fortschreiten von Arteriosklerose zu verhindern. Die Forscher hoffen, dass Statine in Zukunft auch bei Krebspatienten eingesetzt werden könnten. Wie schon seit einiger Zeit bekannt, verbreiten sich viele Krebsarten im Körper über die Lymphgefäße. Von einigen Tumoren weiß man, dass sie Stoffe ausschütten, um das Wachstum von Lymphgefäßen zum Tumor hin zu fördern. Die Krebsmedizin hat also ein Interesse an Wirkstoffen, die dieses Wachstum hemmen. „Bisher gibt es in der Klinik keine Medikamente, die das zuverlässig bewirken“, sagt Detmar.

http://www.transkript.de/nachrichten/wissenschaft/2012-03/statine-als-krebsarznei.html

Tumorbiologie

02.05.2016 Tumorzellen, denen mit Medikamenten der Sauerstoff abgedreht wird, stellen ihren Stoffwechsel mittelfristig um. Sie wechseln auf eine Energiegewinnung ohne Sauerstoff und spannen benachbarte Körperzellen für ihren Stoffwechsel ein, berichten Forscher von Universität und Universitätsspital Basel in der neuesten Ausgabe des Fachblatts Cell Reports berichten.

Förderung

21.03.2016 An der Ludwig-Maximilians-Universität in München ist ein neues Zentrum für Systembiologie eröffnet worden. 200 Forscher sollen in dem 30 Mio.-Euro-Bau arbeiten.

Förderung

21.03.2016 Die Leibniz-Gemeinschaft hat Mitte März die Förderung von sieben Leibniz-WissenschaftsCampi beschlossen. In Essen, Berlin und Borstel entstehen Verbünde mit Bezug zu den Lebenswissenschaften.

Epigenetik

15.03.2016 Forscher der Universität Bochum haben zusammen mit Wissenschaftlern der Universität Göttingen und des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) einen Alzheimer-Bluttest entwickelt, der potentiell auch eine Früherkennung ermöglicht.

Epigenetik

01.03.2016 Freiburger Forscher haben einen neuen Hemmstoff entdeckt, der bestimmte epigenetische Prozesse blockieren kann, welche bei einigen Krebsarten eine Rolle spielen.

Orphan Diseases

29.02.2016 Patientenorganisationen, Pharmafirmen und Verbände nutzen den 29. Februar, den Rare Disease Day 2016, um das Thema seltene Krankheiten in den Mittelpunkt zu rücken.

Förderung

15.02.2016 Die Europäische Kommission hat der Europäischen HIV Impfstoff Allianz Forschungsgelder in Höhe von 22 Mio. Euro für die Entwicklung einer multidisziplinären Plattform zur Bewertung neuer präventiver und therapeutischer HIV-Impfstoffe zugesagt.

Grüne Gentechnik

01.02.2016 Pflanzen, deren Erbgut mittels Genome Editing geändert wurde, sind keine gentechnisch veränderten Organismen im Sinne des Gentechnikrechts. Zu diesem Ergebnis ist nun eine internationale Forscher-Allianz gekommen.

Medizinische Forschung

06.01.2016 Die Ergebnisse zahlreicher wissenschaftlicher Studien werden durch das „Verschwinden“ von Versuchstieren aus Statistiken getrübt. Zu diesem Schluss kommt ein Forscherteam um Ulrich Dirnagl, Leiter der Abteilung für Experimentelle Neurologie an der Charité – Universitätsmedizin Berlin.

Regenerative Medizin

04.01.2016 Für das verbliebene Rumpfteam des Translationszentrums für Regenerative Medizin in Leipzig geht es weiter. Der Freistaat Sachsen hat dem Zentrum Ende Dezember eine Finanzierungszusage gegeben. Für die Jahre 2016 bis 2018 stehen je 1 Mio. Euro bereit.

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