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Sanofi-Aventis bietet 1,9 Mrd. Dollar für Chattem Inc.

22.12.09 Der französische Pharmakonzern Sanofi-Aventis hat angekündigt, den US-Hersteller für Gesundheitsprodukte Chattem Inc für 1,9 Milliarden Dollar zu übernehmen. Während die Schweizer Konkurrenz Roche mit der Übernahme des Biotech-Google Genentech auf die Entwicklung von hochriskanten und hochpreisigen High-End-Medikamenten setzt, suchen die Franzosen ihr Glück offenbar im weniger prestigeträchtigen, aber kalkulierbareren Segment der verschreibungsfreien Medikamente. Das passt zur neuen Strategie, die Sanofi-CEO Chris Viehbacher verfolgt. "Wir wollen weg vom reinen Blockbuster-Modell", sagte er bei der Vorstellung der Jahresergebnisse im Februar 2009 (mehr...).
Chattem vertreibt in den USA eine ganze Reihe von verschreibungsfreien Gesundheitsprodukten. Chattem biete eine "solide Plattform, um bestimmte rezeptpflichtige Medikamente in Produkte für den freien Verkauf in den USA zu verwandeln", erklärte Sanofi-Aventis. In den USA war der Pariser Konzern in diesem Segment, das Viehbacher auf weltweit 20 Mrd. Dollar schätzt, bisher nicht unmittelbar präsent.
Sanofi-Aventis biete 93,50 USD je Chattem-Aktie, teilten die beiden Gesellschaften am 20. Dezember mit. Die Offerte bedeute einen Aufschlag von 34% auf den Schlusskurs der Chattem-Aktie am 18. Dezember. Der Verwaltungsrat von Chattem hat bereits zugestimmt, im Januar 2010 soll die Offerte beginnen. Die beiden Unternehmen gehen davon aus, die Übernahme im ersten Quartal 2010 abzuschließen. Aus der Transaktion geht nach Angaben von Sanofi der fünftgrößte Anbieter von Gesundheitsprodukten gemessen am Umsatz hervor. Die rund 130 Jahre alte Chattem ist in den USA ein führender Anbieter von Gesundheitsprodukten, Körperpflege- und Nahrungsergänzungsmitteln. Der Konzern mit Sitz in Chattanooga/Tennessee vertreibt Marken wie Gold Bond, Icy Hot, ACT, Cortizone-10 und Unisom.
Die Verstärkung der Produkt-Pipeline dürfte Sanofi-Aventis gelegen kommen. Gleichzeitig mit der Ankündigung der Chattem-Übernahme gab das Unternehmen bekannt, die Entwicklung von zwei Arzneikandidaten abzubrechen. Bei "Eplivanserin" gegen Schlaflosigkeit kam das Aus offenbar nach einem negativen Brief der amerikanischen Zulassungsbehörde FDA im September, bei "Idrabiotaparinux" gegen Herzflimmern erklärte der Konzern den Abbruch mit einem Mangel an "bedeutenden Verbesserungen" für die mit dem Präparat behandelten Patienten.

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