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Biopharma-Spezialist Actelion glänzt und kauft

21.07.10 So können die Zahlen eines Biotechnologie-Unternehmens glänzen: 357 Mio. Euro Produktumsatz im zweiten Quartal des laufenden Jahres, profitabel mit einem EBIT von 153 Millionen Euro, im Hintergrund liquide Mittel von fast einer Milliarde Euro, Börsenwert 4 Milliarden Euro. Diese beeindruckende Zwischenbilanz hat die bei Basel in der Schweiz ansässige Actelion Pharmaceuticals Ltd aktuell veröffentlicht. Da fällt die zeitgleich verkündete Nachricht Nummer 2 schon fast in die Rubrik Portokasse: Für 10 Mio. Euro erwirbt Actelion eine Option auf die Übernahme des nicht börsennotierten Biopharma-Unternehmens Trophos SA im französischen Marseille, das neuartige Arzneimittelmoleküle entwickelt, darunter eine Substanz gegen post-ischämische Reperfusionsschäden.
Die Übernahmevereinbarung reduziert die Risiken für die Schweizer weitgehend: Trophos‘ Leitsubstanz Olesoxime wird derzeit in einer klinischen Studie der Phase III bei Amyotropher Lateralsklerose (ALS), auch bekannt als Lou Gehrig-Krankheit, untersucht. Die Ergebnisse der Studie werden voraussichtlich Ende 2011 vorliegen. Actelion hat dann die Möglichkeit, die Option auszuüben. Der Preis für den Erwerb des Unternehmens dürfte am Ende zwischen 125 und 195 Millionen Euro in bar liegen und ist an verschiedene behördliche Zulassungen und weitere klinische Erfolge bei Pipeline-Projekten von Trophos gebunden.
Die Konstruktion erscheint überzeugend: Die Franzosen haben mit der Rekrutierung von mehr als 500 ALS-Patienten und einer gut konzipierten zulassungsrelevanten Studie die entscheidende Arbeit bereits geleistet. Sobald positive Studienergebnisse vorliegen, kann Actelion seine umfassenden Erfahrungen in der Registrierung und im Marketing von Arzneimitteln gegen seltene Erkrankungen einbringen.
Die beiden Unternehmen beschlossen zudem eine Forschungskooperation, in deren Rahmen Actelion Zugriff auf Trophos’ patentgeschützte ZNS-Assay-Technologie und Substanzbibliothek erhalten wird. Mit dieser Technologie können degenerative neuronale Prozesse im Reagenzglas imitiert und chemische Substanzen auf ihre Fähigkeit getestet werden, diese Prozesse zu blockieren.

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