Trotz guter Halbjahreszahlen – Sartorius bleibt an der Börse billig
26.07.10 Die Göttinger Sartorius AG profitiert vom allgemeinen wirtschaftlichen Aufschwung. Das zeigen die Halbjahreszahlen, die der Vorstandsvorsitzende Joachim Kreuzburg am Freitag der Öffentlichkeit vermeldete. Im ersten Halbjahr 2010 stieg der Auftragseingang im Sartorius Konzern um 9,8% von 306,4 Mio. Euro auf 336,4 Mio. €. Der Umsatz erhöhte sich um 6,3% auf 315,2 Mio. Euro. Wieder einmal glänzte besonders die erfolgsverwöhnte Biotechnologie-Sparte: Sie konnte Aufträge im Wert von 221,4 Mio. Euro verbuchen. Das ist ein Plus von 8,8% gegenüber dem Vorjahr. Das Geschäft mit Produkten für die biotechnologische Produktion lohnt sich zudem. Das EBITA im ersten Halbjahr betrug 31,5 Mio. Euro, was einer Marge von 15,0% entspricht. Aber auch das Sorgenkind des Konzerns, die angestammte Mechatronik-Sparte macht Unternehmen und Investoren mittlerweile wieder Freude. Hier legte der Auftragseingang sogar um 11,8% auf 115,1 Mio. Euro zu. Nach einem Verlust im Vorjahr trug das Geschäft mit Waagen und anderem mechanischen Labor-Zubehör mit 4,8 Mio. Euro wieder positiv zum Konzernergebnis bei.Kreuzburg gibt sich auch für das gesamte Jahr optimistisch: "Die vorliegenden Ergebnisse entsprechen in beiden Sparten unseren Erwartungen und bestätigen unseren Ausblick für das laufende Geschäftsjahr. Dieser sieht für den Konzern ein währungsbereinigtes Umsatzwachstum etwas oberhalb von 5% und eine weitere Verbesserung der operativen EBITA-Marge um ein bis zwei Prozentpunkte sowie einen deutlich positiven operativen Cashflow vor."
Obwohl im Markt für Laborzulieferer teuer bezahlte Übernahmen an der Tagesordnung sind – der deutsche Merck-Konzern bezahlte für den Sartorius-Wettbewerber Millipore gerade das 15-fache des Jahresgewinns – sind die in Familienhand befindlichen Göttinger an der Börse bescheiden bewertet. Allein die Beteiligung von Sartorius an der Tochter Sartorius-Stedim ist mehr Wert als beide Aktiengattungen (Vorzüge und Stämme) zusammengenommen. Deren Marktkapitalisierung beträgt zusammengerechnet rund 380 Mio. Euro. Sartorius-Stedim hingegen ist separat an der Euronext gelistet und umfasst das gesamte Biotechnologie-Geschäft des Sartorius-Konzerns. Die Franzosen werden an der Euronext immerhin rund 560 Mio. Euro bewertet. Damit ist der 72%-Anteil, den Sartorius hält, allein rund 400 Mio. Euro wert. Die Mechatronik-Sparte bekommen Sartorius-Aktionäre also praktisch geschenkt.



